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Weiterbildung

DEGAM plant Zertifizierung für Verbünde

Allgemeinmedizinische Weiterbildungsverbünde sprießen in vielen Teilen des Landes – allerdings mit höchst unterschiedlichen Qualitäten. Bis Sommer 2017 sollen bundeseinheitliche Standards entstehen.

Von Jana Kötter Veröffentlicht:
Lernstandskontrolle auf dem Klinikflur? Künftig soll es für Praxen und Kliniken in Weiterbildungsverbünden Qualitätsstandards geben.

Lernstandskontrolle auf dem Klinikflur? Künftig soll es für Praxen und Kliniken in Weiterbildungsverbünden Qualitätsstandards geben.

© Minerva Studio / iStock.com

BERLIN. Für Weiterbildungsverbünde soll künftig eine bundesweit einheitliche Zertifizierung angeboten werden. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) erarbeitet dazu aktuell Standards, die im Sommer 2017 konsentiert sein sollen. Das bestätigt Professor Jost Steinhäuser (UKSH Lübeck), Sprecher der DEGAM-Sektion Weiterbildung, auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Eine Arbeitsgruppe, die 2013 gegründet wurde und bei der Sektion angesiedelt ist, hat nun erste Ergebnisse veröffentlicht.

Bereits seit einigen Jahren entwickeln sich deutschlandweit allgemeinmedizinische Weiterbildungsverbünde, die sich regional jedoch deutlich unterscheiden. Vorreiter ist Baden-Württemberg (die "Ärzte Zeitung" berichtete): Hier haben laut Leiterin der AG Akkreditierung Dr. Elisabeth Flum vom Uniklinikum Heidelberg bereits weit über 600 Ärzte in Weiterbildung eine Auftaktveranstaltung der "Verbundweiterbildung Plus" durchlaufen, über 130 Teilnehmer haben die Facharztprüfung Allgemeinmedizin abgelegt.

"Gerade Kliniken haben jedoch zunehmend kritisiert, dass mit dem Titel Verbundweiterbildung immer öfter nur Werbung gemacht wird", berichtet Steinhäuser. Daher sei die Bitte aufgekommen, ein Qualitätssiegel zu installieren, um sicherzustellen, "dass auch Verbundweiterbildung drin ist, wo es drauf steht".

Basis für die Zertifizierung liefern die Checkpunkte des Konzepts "DEGAM-Verbundweiterbildung Plus". Darauf aufbauend hat die Arbeitsgruppe eine strukturierte systematische Literaturrecherche durchgeführt, um international verwendete Qualitätskriterien für das Qualitätssiegel zu identifizieren. Steinhäuser zufolge wurden 80 Statements mit Relevanz identifiziert. "In den kommenden Monaten geht es darum, diese für unser System zu adaptieren und die Zahl gegebenenfalls zu reduzieren", so Steinhäuser.

Kollegin Flum nennt zwei Beispiele für bereits konsentierte Qualitätsindikatoren, die auch weiterbildende Praxen in den allgemeinmedizinischen Verbünden betreffen werden:

Strukturelle Kriterien: Hierzu zählt eine allgemeinmedizinische Leitung des Weiterbildungsverbundes, die die zielgerichtete Weiterbildung der Ärzte von Anfang an sicherstellen soll.

Prozesse und Abläufe: Die Qualitätsindikatoren stellen unter anderem sicher, dass der Rotationsplan regelmäßig re-evaluiert wird. Darüber hinaus wird die Teilnahme an Begleitseminaren zur Vermittlung spezifisch allgemeinmedizinischer Inhalte oder die Orientierung der Weiterbildung am kompetenzbasierten Curriculum Allgemeinmedizin abgefragt.

Die Zertifizierung wird für die Verbünde zwar keinen verpflichtenden Charakter haben, das Erlangen des Qualitätssiegels wird rein freiwillig. Flum sieht jedoch die Bedeutung der Qualität in Zukunft: "Vor dem Hintergrund des zunehmenden Ärztemangels in Deutschland besonders in der Allgemeinmedizin kann eine strukturierte Weiterbildung einen Verbund für Ärzte in Weiterbildung sehr interessant machen", weiß sie. Das Qualitätssiegel gebe jungen Ärzten damit eine wichtige Orientierung.

Zur Publikation der ersten Ergebnisse

(in englischer Sprache):

http://tinyurl.com/j2u8bsp

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