Thüringen

DRK macht defizitäre Klinik dicht

Die DRK-Klinik im nordthüringischen Bad Frankenhausen rentiert sich schon lange nicht mehr und soll nun geschlossen werden.

Veröffentlicht:

BAD FRANKENHAUSEN. Die DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg will einen ihrer drei Klinikstandorte in Thüringen zum Jahresende schließen.

Betroffen ist das Haus in Bad Frankenhausen am Fuß des Kyffhäusergebirges. Als Grund nannte der Betreiber die prekäre wirtschaftliche Lage des 127-Betten-Hauses.

Der Standort sei seit Jahren hochdefizitär, pro Tag liefen derzeit mehr als 10.000 Euro Verluste auf. Die Auslastung liegt laut DRK derzeit bei rund 58 Prozent, sagte eine Sprecherin des Klinikträgers. Für eine „schwarze Null“ seien 85 Prozent nötig. Beschäftigt sind rund 200 Mitarbeiter, davon 17 Ärzte und 77 Pflegekräfte.

Die Belegzahlen in Bad Frankenhausen sind laut DRK vor allem seit der Diskussion um ein neues Konzept für die kleine Klinik massiv gesunken. Der Betreiber wollte die Klinik zu einer geriatrischen Einrichtung umstrukturieren und hatte dafür Mittel aus der Strukturförderung von Bund und Land beantragt.

Konzept "schlicht nicht förderfähig"

Auf Bitten des Kyffhäuserkreises sei dieses Konzept mehrfach nachgebessert worden, die daraufhin entstandene Kompromissvariante sei „schlicht nicht förderfähig“ gewesen. Das DRK hat dem Kyffhäuserkreis die Rückübertragung des einst kommunalen Hauses angeboten.

Das DRK betreibt in Thüringen zwei weitere Kliniken in Sondershausen und Sömmerda, beides Grundversorger in der ländlich geprägten Region Mittel- und Nordthüringens.

Es liefen Gespräche mit den Vertretern der Kommunen über eine neue kommunale Trägerstruktur für die DRK-Häuser unter Einbeziehung des benachbarten kommunalen Südharz-Krankenhauses Nordhausen, so ein Sprecher des Sozialministeriums.

Ziel sei es, drohende Standortverluste abzuwenden. Der Betreiber habe schließlich einen Versorgungsauftrag. Die rot-rot-grüne Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Erhalt der Klinikstandorte in Thüringen verpflichtet.

Nach Daten des Statistischen Landesamtes waren Thüringer Klinikbetten in den vergangenen Jahren zu etwa drei Vierteln ausgelastet. (zei)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übergangsfinanzierung für Kliniken in der Kritik

Grünen-Politikerin warnt vor teuren Subventionen für Krankenhäuser

Bundesweite Erprobung startet

Personalbemessung: Hoffnung auf ein Ende des Hamsterrads in Kliniken

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gefährdete Senioren erkennen

Sturz auf Bodenhöhe: Wann droht eine Hirnblutung bei älteren Menschen?

Lesetipps
Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen