Kommentar

Das Risiko trägt der Arzt

Von Rebekka HöhlRebekka Höhl Veröffentlicht:

Wenn Debatten darüber geführt werden, wem neue Methoden in der Medizin zugänglich sein sollen, dann gibt es oft einen Aufschrei, wird die Frage der Rationierung ins Spiel gebracht. Oder aber werden neue Methoden gleich ganz abgelehnt, weil sie gerade für die gesetzlichen Krankenkassen als zu teuer erscheinen und bestehende Methoden vielleicht ähnliche Ergebnisse in der Patientenversorgung bringen. Dass neue Methoden aber auch aus einem ganz anderen Grund - nämlich wegen der strengen Aufklärungspflichten - eher ins Schattendasein rutschen könnten, wird erfolgreich verdrängt.

Dabei ist es durchaus richtig, dass Patienten vor einer Behandlung wissen, auf welches Risiko sie sich einlassen. Aber wenn nun von Ärzten verlangt wird - wie es der Bundesgerichtshof vorschreibt -, dass sie umfassend über alle möglichen Risiken aufklären müssen, selbst, wenn sie noch nicht belegt sind, stellt sich doch die Frage: Welcher Arzt bietet dann noch neue Methoden an? Zumindest, wenn diese Forderung für alle Fachbereiche gilt und der Arzt das volle Haftungsrisiko trägt. Denn bei zunehmend multimorbiden Patienten und je nach Therapie - etwa in der Pharmakotherapie -lassen sich Risiken immer schwerer fassen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: BGH fordert breite Aufklärung bei neuen Behandlungsmethoden

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