Im Gesundheitsbereich

Das sind die größten digitalen Herausforderungen

Um in der digitalen Welt gesund zu bleiben, muss ein sicherer Rahmen her - und ein wenig Gelassenheit. Das wurde beim Zukunftskongress der Techniker Krankenkasse am Mittwoch in Berlin deutlich.

Veröffentlicht: 02.09.2015, 17:23 Uhr

BERLIN. Damit die Neuerungen der digitalen Welt keine Gefahren nach sich ziehen, bedarf es eines fundierten Rahmenwerkes, sagte Staatssekretär Lutz Stroppe auf dem Zukunftskongress der Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin. Dazu zähle zum einen eine Telematikinfrastruktur, die eine sichere Basis für die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorgibt.

Zum anderen müssten telemedizinische Leistungen abrechnungsfähig sein, sagte Stroppe. Dem E-Health-Gesetzesentwurf zufolge, den das Bundeskabinett im Mai dieses Jahres verabschiedet hat, sollen zum Beispiel ab 1. April 2017 an Telekonsile bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen vergütet werden.

BfArm bei Apps in der Verantwortung

Darüber hinaus soll die Selbstverwaltung dem Gesetz nach prüfen, welche weiteren Leistungen telemedizinisch erbracht und vergütet werden können. Langfristig müssen Politik und Selbstverwaltung dem Staatssekretär zufolge einen Weg finden, von den vielen neuen Innovationen der digitalen Gesundheitswelt die besten und sichersten in die Regelversorgung zu übernehmen.

Beim Thema Sicherheit von Medizin- und Lifestyle-Apps sieht Stroppe das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) in der Verantwortung. Es soll als Anlaufstelle zur Beratung von Apps für medizinische Zwecke dienen. Schließlich nehme deren Anzahl von Tag zu Tag zu - ebenso wie das Risiko einer Fehldiagnose oder Datenschutzrisiken für die Patienten.

Der Staatssekretär im BMG lobte den Mut von Krankenkassen wie der TK, bestimmte digitale Innovationen auch als Kasse anzubieten. So habe die TK eine App speziell für Diabetiker entwickelt - das sogenannte Online-Diabetes-Tagebuch - und biete ihren Versicherten verschiedene Online-Gesundheitscoachings an. "Wir halten es für eine wichtige Aufgabe, uns als Kasse um solche Zukunftsentwicklungen zu kümmern", so der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas.

Modellvorhaben fortführen

Stroppe forderte die strikte Fortführung von Modellvorhaben im Bereich der digitalen Gesundheit. "Beim Auslaufen der Förderung werden leider die meisten Projekte beendet." Im Rahmen der 2010 vom Bundesgesundheitsministerium gegründeten E-Health-Initiative sind bislang 200 Projekte angelaufen.

Dabei wird erprobt, wie Telemedizin in die Regelversorgung zu übernehmen ist. Hierzu wurde ein Maßnahmenportfolio erarbeitet, mit dem die Entwicklung und Implementierung von Anwendungen in die Regelversorgung katalysiert und beschleunigt werden soll.

Zu mehr Gelassenheit im Umgang mit der digitalen Welt rief Professor Gunter Dueck auf. "Nur die Eltern haben Probleme mit den Smartphones, nicht die Kinder", merkte die ehemalige IBM-Führungskraft auf dem TK-Zukunftskongress an. (mam)

Mehr zum Thema

Leser fragen - Experten antworten

Aufklärung über Abrechnungs-Sonderregeln wegen Corona

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Für jeden Diabetiker das passende CGM-Gerät

Blutzuckermessung

Für jeden Diabetiker das passende CGM-Gerät

So klappt Substitutionstherapie in Corona-Zeiten

Arztpraxis berichtet

So klappt Substitutionstherapie in Corona-Zeiten

Aufklärung über Abrechnungs-Sonderregeln wegen Corona

Leser fragen - Experten antworten

Aufklärung über Abrechnungs-Sonderregeln wegen Corona

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden