Spahn will Weiterentwicklung

Das soll bei der Corona-Warn-App verbessert werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Corona-Warn-App weiterentwickeln lassen – Pläne dazu hat er jetzt vorgestellt. Auch eine von den Grünen organisierte Diskussionsrunde kommt zu dem Schluss: Es ist noch Luft nach oben.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Corona-Warn-App – Updates sollen die Wirksamkeit erhöhen.

Corona-Warn-App – Updates sollen die Wirksamkeit erhöhen.

© SvenSimon | FrankHoermann / picture alliance

Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Pläne zur Weiterentwicklung der Corona-Warn-App vorgelegt. Deren Wirksamkeit auf die Pandemie-Eindämmung wurde zuletzt immer wieder infrage gestellt, unter anderem weil Nutzer die App noch immer häufig nur passiv nutzen – sprich sich warnen lassen, selbst ihr positives Testergebnis aber nicht über die App weitergeben.

Laut dem „Bericht zur Weiterentwicklung“ des Bundesgesundheitsministeriums teilten bisher nur rund 60 Prozent der Nutzenden ein positives Testergebnis. Zentrales Element der Verbesserungsmaßnahmen ist daher, eine Erleichterung des Warnprozesses zu erreichen, etwa durch eine bessere Benutzeroberfläche.

Darüber hinaus ist geplant, eine Erinnerungsfunktion in der App zu implementieren, die den Nutzer nach einem Positivergebnis automatisch mehrfach darauf hinweist, dieses über die App zu teilen, sofern das noch nicht geschehen ist.

Den Regierungsplänen zufolge soll außerdem die Messgenauigkeit der App verbessert werden, indem in der neuen Version auf die weiterentwickelten Schnittstellen von Google und Apple umgestiegen werden soll. Vorgesehen ist auch, innerhalb der Anwendung Informationen und Kennzahlen darzustellen.

Neue Erkenntnisse nutzen

Den Vorschlag teilt auch Katrin Göring-Eckhardt, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen, die in einer digitalen Diskussionsveranstaltung ihrer Partei zur Corona-Warn-App betonte: „Die App muss zu einem echten Corona-Informationsportal werden. Die Menschen müssen Informationen bekommen, die ihnen einen echten Mehrwert bieten.“

In der Diskussionsrunde am Dienstag tauschten sich Expertinnen und Experten darüber aus, in welche Richtungen die Corona-Warn-App weiter entwickelt werden kann und muss. Insgesamt sei da noch „viel Luft nach oben“, so Göring-Eckhardt. Die Erwartungen, die noch im Sommer in die App gesetzt wurden, seien nicht erfüllt worden.

Als zentrales Element kristallisierte sich in der Diskussionsrunde die Erweiterung um eine Cluster-Erkennung heraus. Göring-Eckhardt dazu: „Wir müssen bei der Kontaktnachverfolgung endlich auf den Stand kommen, den wir brauchen.“

Cluster-Erfassung technisch umsetzbar?

Wie aus dem „Bericht zur Weiterentwicklung“ hervorgeht, lässt die Bundesregierung bereits prüfen, inwieweit eine Cluster-Erfassung technisch umsetzbar wäre. Darüber hinaus werde die Implementierung eines freiwilligen Kontakttagebuchs geprüft. Die App soll künftig außerdem auch in französischer und russischer Sprache zur Verfügung stehen.

Nach einem Sachstandsbericht des Bundesgesundheitsministeriums sind bisher über 90 Prozent der niedergelassenen Labore an die Corona-Warn-App angeschlossen. Rund 3,5 Millionen Laborergebnisse wurden seit Ende Juni bereitgestellt, davon rund 28 Prozent zwischen Ende Oktober und der ersten Novemberwoche. (mu)

Mehr zum Thema

Monks Ärzte-im-Netz GmbH

Praxis-App für den bundesweiten Einsatz?

Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Tag der Privatmedizin 2023

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Verschiedene Gesichter

© Robert Kneschke / stock.adobe.com / generated with AI

Seltene Erkrankungen

GestaltMatcher – Per Gesichtsanalyse zur Orphan Disease-Diagnose

Künstliche Intelligenz gilt auch in der Medizin als Schlüsseltechnologie, mit deren Hilfe zum Beispiel onkologische Erkrankungen stärker personalisiert adressiert werden könnten.

© Kanisorn / stock.adobe.com

EFI-Jahresgutachten 2024 übergeben

KI: Harter Wettbewerb auch in der Medizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Lesetipps
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (r.) bei der Kabinettssitzung am Mittwoch in Berlin.

© Michael Kappeler/dpa

Bessere Rahmenbedingungen für Praxen

Kabinett macht Weg für Lauterbachs Hausärzte-Gesetz frei

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle

Der Nephrologe Prof. Jürgen Floege von der Uniklinik RWTH Aachen rät beim 18. Allgemeinmedizin-Update-Seminar in Mainz davon ab den RAS-Blocker abzusetzen wenn der Kaliumspiegel des Patienten ansteigt, da so weder die eGFR verbessert noch das Hyperkaliämierisiko gesenkt wird.

© SaroStock / stock.adobe.com / generated AI

Nephrologe rät

RAS-Blocker bei Hyperkaliämie möglichst nicht sofort absetzen