Kommentar – Bürokratieindex

Delegieren und digitalisieren – das muss die Devise sein

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Also doch mehr statt weniger Verwaltung. Insgesamt 54,5 Millionen Nettoarbeitsstunden haben Ärzte 2018 damit verbracht, bürokratische Pflichten zu erfüllen – das sind laut Bürokratieindex BIX 323.000 Stunden mehr als im Vorjahr oder umgerechnet 100 bis 150 volle Arztstellen, die der Versorgung fehlen. Das von der KBV gesetzte Ziel von 25 Prozent Bürokratieabbau scheint in immer weitere Ferne zu rücken.

Nun kann eine durchorganisierte Gesellschaft wie die unsere nicht ohne Verwaltung funktionieren. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu. Aber es kann auch nicht sein, dass gerade Ärzte, die sich um Menschen kümmern wollen und auch sollen, immer mehr Zeit mit Formularen und Dokumentation zubringen.

Delegieren und digitalisieren – das muss daher jetzt die Devise sein. Zwei Beispiele: Digitalisierte Formulare wie das E-Rezept oder die E-AU-Bescheinigung können mittel-bis langfristig durchaus helfen, Prozesse zu verschlanken. Und Verwaltungsfachkräfte in größeren Arztpraxen, zum Beispiel gut fortgebildete MFA, können Ärzte im Verwaltungsalltag entlasten, damit sie sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können. Die zusätzliche Zeit, die Ärzte damit für Patienten gewinnen, ist es wert, diese Veränderungen voranzubringen.

Lesen Sie dazu auch: Bürokratieindex der KBV: Bürokratielast in Praxen steigt und steigt

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