Klinik-Management

Der Renner: eine Mucki-Bude in Klinik-Hand

Kliniken machen mittlerweile Fitnessstudios Konkurrenz, das Interesse ist groß. Ein Beispiel: In der FitnessClinic am Klinikum Bad Bramstedt können auch Nicht-Patienten für 30 Euro im Monat trainieren - begleitet von ausgebildeten Physiotherapeuten.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Die Generation der Menschen ab 50 entdeckt die Fitnessanlagen. Besonderen Wert legen die Älteren auf die Betreuung durch Fachleute. © Klinikum Bad Bramstedt

Die Generation der Menschen ab 50 entdeckt die Fitnessanlagen. Besonderen Wert legen die Älteren auf die Betreuung durch Fachleute. © Klinikum Bad Bramstedt

© Klinikum Bad Bramstedt

BAD BRAMSTEDT. "Wir verzeichnen einen enormen Zulauf", berichtet Regina Matheis aus dem Klinikum Bad Bramstedt. Das Haus hat vor Jahren begonnen, die für die medizinische Trainingstherapie angeschafften Geräte auch für Menschen, die nicht als Patient in die Reha müssen, zu öffnen. Die Idee der FitnessClinic war geboren.

Die Kunden gehen hier wie in einem herkömmlichen Fitnessclub eine Mitgliedschaft ein und zahlen dafür einen vergleichsweise günstigen Monatsbeitrag von 30 Euro. Inzwischen hat die FitnessClinic rund 900 eingeschriebene Mitglieder.

Während sich der Gerätepark für den Muskelaufbau und für die Ausdauer nicht sonderlich unterscheidet von dem in anderen Fitnessstudios, gibt es beim Personal doch erhebliche Unterschiede. Ausschließlich medizinisch ausgebildetes Personal - hauptsächlich Physiotherapeuten - leitet die Kunden in der FitnessClinic an. Die in einem separaten Gebäude auf dem Klinikgelände untergebrachte FitnessClinic grenzt sich bewusst von "Mucki-Buden" ab - und hat damit Erfolg.

Eine im Februar gestartete Marketingaktion mit einer dreimonatigen Mitgliedschaft für einen Sonderpreis von 75 Euro löste einen so hohen Ansturm aus, dass die Klinik nun die Reißleine ziehen und eine Warteliste einrichten musste. "Die Betreuung darf nicht leiden", begründete die Klinik die Maßnahme. "Wir freuen uns über die gelungene Aktion und den hohen Ansturm, haben aber unsere Kapazitätsgrenze erreicht. Um unsere hohe Qualität auch künftig sichern zu können, müssen wir ab sofort mit Wartelisten arbeiten", sagte der Leiter der FitnessClinic Jan van Bekkum. Ziel der Marketingaktion war es, das Interesse weiterer Menschen für das Angebot der FitnessClinic und möglichst für eine Mitgliedschaft zu wecken.

Bei wie vielen Menschen dies gelingen wird, steht noch nicht fest. Wie kürzlich berichtet trainieren inzwischen mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig in Fitness-Anlagen. Besonders in der Generation der Menschen ab 50 Jahre steigt der Zulauf enorm. In Deutschland gibt es rund 6000 Fitnessstudios - Anlagen wie die FitnessClinic sind noch Ausnahmen.

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