Entwicklung

Deutsche Kliniken als Partner

Deutsche Kliniken sollen ihren Pendants in Entwicklungsländern Know-how vermitteln und zu einer besseren Versorgung beitragen.

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BERLIN. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) will den Wissensaustausch zwischen Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern. Dazu hat Minister Gerd Müller vor Kurzem mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) eine Partnerschaftsinitiative unter dem Motto "Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit" gestartet.

"Im vergangenen Jahr sind fast drei Millionen Kinder unter fünf Jahren gestorben, weil sie keinen Zugang zu einfacher Gesundheitsversorgung hatten. Vor allem in Entwicklungsländern fehlt es an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen", verdeutlichte Müller. Hier setzten die Klinikpartnerschaften an und stellten die Entwicklungszusammenarbeit mithilfe deutscher Kliniken auf breitere Füße.

Wie Müller betont, habe das BMZ bereits gute Erfahrungen mit Partnerschaften im Gesundheitsbereich gemacht: So betreut eine in der eritreischen Hauptstadt Asmara unterstützte Gesundheitsstation jedes Jahr über 1000 frühgeborene Kinder. In Tansania hat Müller dieses Jahr eine Schule für Hebammen eröffnet, und in Äthiopien unterstützt das St. Elisabeth-Hospital in Bochum die Fortbildung von Hautärzten.

Mit der neuen Förderlinie in Zusammenarbeit mit der EKFS würden die Ansätze gebündelt und ausgeweitet. Die neue Partnerschaftsinitiative deckt laut Ministerium eine Vielzahl von möglichen Kooperationsfeldern ab: Von der Ausbildung von Hebammen bis zu Hygienemaßnahmen zur Patientensicherheit. Dabei fließt Expertise zu Krankheitsbildern, Behandlungsoptionen, Technologien oder Abläufen in beide Richtungen, sodass die Partner sowohl in den Entwicklungs- und Schwellenländern als auch in Deutschland von der Klinikpartnerschaft profitierten.

Leistungsfähige Gesundheitssysteme sind aus Sicht des BMZ die beste Grundlage, um Infektionskrankheiten wie Ebola zu verhindern. Auch ließen sich nicht übertragbare, lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs effizient behandeln, wie es heißt. Erst kürzlich hatte die UNO dazu aufgerufen, die Gesundheitssysteme zu stärken und -personal aufzubauen. (maw)

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