Kommentar – Arzt und Patient

Die Grenzen von Dr. Google

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 19.11.2018, 11:57 Uhr

Laufen den Ärzten jetzt die Patienten weg zu Dr. Google? Auf den ersten Blick mögen die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage darauf hindeuten: Demnach hat fast jeder Fünfte bereits Medikamente auf Empfehlung aus dem Internet eingenommen, zwölf Prozent haben laut Umfrage nach Konsultation des Internets sogar schon einmal einen Arzttermin abgesagt.

Also schlechte Nachrichten für Ärzte? Eher nicht! Auf den ersten Blick zumindest ist es positiv, wenn Patienten nicht wegen jeder Bagatelle in die Praxis rennen, wie das immer wieder von Ärzten beklagt wird. Das Internet kann hier für Aufklärung sorgen und so ärztliche Arbeitskraft entlasten.

Doch Dr. Google darf kein Ersatz für die gesamtstaatliche Aufgabe sein, die Gesundheitskompetenz gerade von schwer kranken und weniger gebildeten Patientengruppen zu stärken. Denn gerade die werden im Internet häufig in die Irre geleitet.

Hier haben es auch die Ärzte selbst in der Hand, für seriöse Informationen zu sorgen und die neuen Möglichkeiten der Fernbehandlung für eine schnelle erste Beratung zu nutzen. Das Berufsrecht erlaubt das schon in den meisten Ärztekammern – das Projekt DocDirekt in Baden-Württemberg macht’s vor. Weitere werden bald folgen.

Lesen Sie dazu auch: Internet-Studie: Dr. Google als Ersatz-Arzt für Patienten?

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