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Patienten-Befragung

Digitale Gesundheitsanwendungen werden keineswegs Selbstläufer

In puncto digitale Medizin wünschen Patienten die arzt- oder kassenseitige Einweisung in den Gebrauch entsprechender Angebote.

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München. In der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie überschlagen sich die Unternehmensmeldungen von E-Health-Anbietern, die von einer wöchentlich steigenden Akzeptanz und Nachfrage ihrer Produkte berichten – exemplarisch sei auf die ärztliche Videosprechstunde verwiesen.

Zudem dürften Ärzte bald die Möglichkeit haben, ihren Patienten die ersten Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) zu rezeptieren. Zum Jahreswechsel wird dann noch die elektronische Patientenakte (ePA) für die GKV zur Pflicht.

Zeitfressende Beratung

Die Kehrseite der Medaille: Wie eine repräsentative Befragung der Deutschen ab 18 Jahre im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse zeigt, werden sich die digitalen Lösungen keineswegs als Selbstläufer entpuppen. Denn: Geht es nach den Wünschen der Befragten, ist ein Motor für eine zunehmende Digitalisierung eine persönliche Begleitung und Unterstützung.

So sprechen sich 57 Prozent der Befragten für eine Vorstellung eines digitalen oder telemedizinischen Angebotes in einem persönlichen Gespräch mit einem Krankenkassenmitarbeiter aus, 64 Prozent möchten die Nutzung durch eben diesen erklärt bekommen. Das würde für die Kassen eine massive Herausforderung bedeuten, wenn ihr Personal – oder externe Dienstleister – diese zeitfressende Beratung anböten.

Interpretationshilfe gesucht

Auch die Ärzte sind nicht aus dem Schneider: Immerhin 80 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass sie von einem Arzt oder anderen Experten bei der Auswertung der Informationen aus den digitalen Angeboten unterstützt werden.

Für Dr. Gabriele Gonschor, Leiterin Neue Versorgungsangebote bei der SBK, offenbaren die Ergebnisse offensichtliche, patientenseitige Defizite in puncto Digital- und Gesundheitskompetenz.

„Die Ergebnisse spiegeln aus meiner Sicht auch viel Unsicherheit und Unkenntnis wider. Da spielt die fehlende Erfahrung sicher eine große Rolle“, verdeutlicht Gonschor.

Zwei Prozent nutzten schon mal eine Videosprechstunde

Zwar spannten inzwischen knapp 60 Prozent der Deutschen Dr. Google bei der Suche nach gesundheits- und krankheitsrelevanten Informationen im Internet ein, aber andere Angebote würden bisher selten genutzt. Am ehesten kämen noch Wearables und Smart Devices zum Einsatz.

Die Frage nach deren Nutzung beantworteten nur sieben Prozent der Befragten mit ja. Lediglich zwei Prozent gaben an, schon mal eine Videosprechstunde in Anspruch genommen zu haben.

Für Gonschor heißt das vor allem eines: Aufklärungsarbeit rund um individuelle Mehrwerte, Anwendung und Datenschutz ist nötig: „Viele wissen nicht, was ihnen die digitalen Anwendungen in ihrem ganz individuellen Fall bringen.“ (maw)

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