Direkt zum Inhaltsbereich

Digitalverband bitkom

Videosprechstunde soll zur dauerhaften Erfolgsstory werden

Die Coronavirus-Pandemie sorgt für einen Boom bei Videosprechstunden. Damit das anhält, sieht der Digitalverband bitkom politischen Handlungsbedarf. Außerdem zeigt sich der Verband elektrisiert von der ePA.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Voll digital? Überall hört man von einem Digitalisierungsschub durch die Coronavirus-Pandemie. Kommt diese auch in Praxen an?

Voll digital? Überall hört man von einem Digitalisierungsschub durch die Coronavirus-Pandemie. Kommt diese auch in Praxen an?

© pickup/stock.adobe.com

Berlin. Es dauert wohl nicht mehr lange, dann können Ärzte in Deutschland erstmals Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – im Volksmund Gesundheits-Apps genannt – rezeptieren.

Beim zuständigen Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seien 15 Anwendungen im Genehmigungsverfahren sehr weit fortgeschritten, berichtete Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbandes bitkom, am Donnerstag in Berlin im Rahmen einer Pressekonferenz der Organisation unter dem Motto „Digital Health 2020“.

40 Prozent der Bundesbürger ab 16 Jahre wollen ihre Ärzte nach eigenem Bekunden nach DiGA fragen, ergab die jüngste repräsentative bitkom-Umfrage, so Rohleder.

Euphorisch verwies er auf die Anfang nächsten Jahres anstehende, gesetzlich verankerte Einführung der elektronischen Patientenakte durch die Kassen (42 Prozent wollen sie auf jeden Fall nutzen) und auf das ab 2022 obligate E-Rezept, das sich Zweidrittel der Deutschen zu nutzen vorstellen können.

Lesen sie auch

Deutsche hoffen auf mehr Tempo

„Nach 20 Jahren gesundheitspolitischer Lethargie kommt jetzt mit der Corona-Pandemie Schwung in digitale Gesundheitsangebote“, so Rohleder. Nach Ansicht vieler Bundesbürger geschieht dies aber nicht schnell genug.

So sagen rund zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen, es sei mehr Tempo beim Ausbau digitaler Gesundheitsangebote nötig. 60 Prozent sind der Ansicht, Deutschland liege im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems zurück.

Gleichwohl hat sich gerade in den vergangenen Wochen während der Corona-Pandemie viel getan: So hat aktuell jeder Achte (13 Prozent) bereits eine Video-Sprechstunde mit einem Arzt oder Therapeuten wahrgenommen – acht Prozentpunkte Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.

85 Prozent der jetzigen Nutzer nahmen die Videosprechstunde konkret aus Angst vor einer Corona-Infektion in der Arztpraxis wahr (siehe nachfolgende Grafik).

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Um die Videosprechstunde dauerhaft zu einer Erfolgsstory werden zu lassen, muss die Politik aus Rohleders Sicht mindestens an drei Stellschrauben drehen. Zwar sei die Regel pandemie-bedingt bis Ende September ausgesetzt, aber „die Videosprechstunde bei der Abrechnung auf 20 Prozent zu deckeln, ist irrational. Das ist eine sachlich nicht logische Grenze.“

Auch sei es gerade im Flächenland Brandenburg sinnvoll, das telemedizinische Erstkonsil ohne vorausgegangenen Patientenkontakt zu genehmigen. Last but not least sollten Ärzte keiner KV-Genehmigung der Videosprechstunde mehr bedürfen. „Eine Notifikation reicht auch“, so Rohleder.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Dr. Peter Schimmelpfennig 10.07.202009:53 Uhr

Das finde ich super. Das bringt mir für die analoge Medizin massiven Zulauf und dann auch einen Standortvorteil. Nicht nur Ältere wollen Behandlung auf (echter) Augenhöhe. Mit dem ausdrücklichen Verzicht auf Onlinebehandlungen lässt sich dann noch gut werben. Weiter so Hr. Spahn, Sie treiben mir Patienten zu.

Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Muster 16. DiGA-Verordnungen sind als „Gebühr frei“ zu kennzeichnen (1). Im BVG-Feld (2) steht eine „6“, wenn nach Bundesversorgungs- oder -entschädigungsgesetz Anspruch auf die Verordnung besteht. Im Verordnungsfeld (3) darf maximal eine DiGA verordnet werden. Anzugeben sind „Digitale Gesundheitsanwendung“, die PZN und der Name der jeweiligen DiGA [7].  Pfizer Deutschland GmbH

© Pfizer Deutschland GmbH

Chronischer Schmerz: Digitalisierung hält Einzug

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Lesetipps
Die deutsche Nationalelf bei einem Training.

© picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Eine Reihe von Holzfiguren steht nebeneinander.

© MidJen / stock.adobe.com / Generiert mit KI

Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung

Inklusiver Arbeitsplatz? Warum Praxen von Vielfalt im Team besonders profitieren