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Videosprechstunde

DrEd fasst Fuß in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg entwickelt sich zu einer Spielwiese für Fernbehandlungen: Die Ärztekammer hat jetzt zwei weiteren Anbietern Modellversuche genehmigt.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Doc mobil: In Baden-Württemberg gibt es nun schon sechs Modellprojekte zur ausschließlichen Fernbehandlung.

Doc mobil: In Baden-Württemberg gibt es nun schon sechs Modellprojekte zur ausschließlichen Fernbehandlung.

© claudiovaldes / stock.adobe.com

STUTTGART/LONDON/MÜNCHEN. Die Online-Sprechstunde DrEd kommt nach Deutschland: Der bis dato nur von London aus operierende Anbieter wird ab Sommer dieses Jahres ausschließliche Fernbehandlungen auch mit Ärzten bestreiten, die in Baden-Württemberg approbiert sind. Dafür hat, wie die Landesärztekammer mitteilt, DrEd zunächst eine zweijährige Genehmigung erhalten.

Das Leistungsangebot im Ländle werde sich nicht von demjenigen unterscheiden, dass DrEd Selbstzahlern von London aus und auf Grundlage der europäischen Patientenrechte-Richtlinie anbietet, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

DrEd ist auf Lifestyle-Erkrankungen wie Erektile Dysfunktion und Haarausfall, aber auch auf hausärztliche Themen wie etwa Bluthochdruck, Asthma oder Verhütung spezialisiert. Auch die von Baden-Württemberg aus erbrachten DrEd-Leistungen müssten die Patienten selbst bezahlen, heißt es.

Auf Anfrage würden "jedoch manche privaten Kassen die Behandlungskosten tragen". Die für DrEd tätigen Ärzte arbeiteten in Teil- oder Vollzeit und würden den Fernkontakt demnach nicht selbst abrechnen.

Auch zweites Unternehmen erhält Erlaubnis

Eine einjährige Genehmigung zur ausschließlichen Fernbehandlung hat die Ärztekammer zeitgleich auch dem Münchener App-Anbieter Minxli Ltd. erteilt. Minxli will Studenten der Universitäten Heidelberg und Karlsruhe den Fernkontakt zu baden-württembergischen Ärzten via Smartphone ermöglichen.

Beide Modellprojekte, versichert die Kammer, würden wissenschaftlich evaluiert und kontinuierlich daraufhin geprüft, "ob Patienten auch bei der ausschließlichen ärztlichen Fernbehandlung die gleiche Qualität und Expertise wie in Praxis oder Krankenhaus geboten wird".

Baden-Württemberg war bundesweit das erste Land, in dem das berufsrechtliche Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung bereits im Sommer 2016 aufgehoben wurde, um Modellprojekten den Weg zu ebnen. Inzwischen hat Schleswig-Holstein nachgezogen.

Zusammen mit den zwei jüngsten Freigaben hat die Süd-Kammer nun schon sechs Tele-Sprechstundenprojekte durchgewunken. Seit Oktober vorigen Jahres läuft ein Angebot für Versicherte der privaten Barmenia, Technikpartner ist die Münchener Firma Teleclinic.

Einzige Sprechstunde ohne Zusatzkosten?

Zwei Monate später brachte die KV – extrabudgetär vergütet – das Projekt "Docdirect" an den Start, ebenfalls in Partnerschaft mit Teleclinic. Es sei für GKV-Patienten die bislang einzige Fernsprechstunde ohne Zusatzkosten, betont KV-Sprecher Kai Sonntag; und "das einzige Angebot, das alle niedergelassenen Ärzte unter sich vereint".

Weitere Modellprojekte werden vom Landes-Justizministerium getragen, das Gefängnisinsassen telemedizinisch behandeln lässt, sowie von dem schwedischen Unternehmen KRY, das ebenfalls eine App für Fernkontakte entwickelt hat.

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