Gesetzesänderung geplant

E-Rezept ante portas?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will der Telemedizin mittels E-Rezept auf die Sprünge helfen. Dazu ist Medienberichten zufolge eine entsprechende Gesetzesänderung geplant, die bis 2020 spätestens greifen soll.

Veröffentlicht: 13.11.2018, 11:45 Uhr
E-Rezept ante portas?

Bis 2020 sollen sich Ärzte, Apotheker und Krankenkassen geeinigt haben, wie die Technik für ein E-Rezept umgesetzt werden kann.

© picture-alliance / Bildagentur-o

BERLIN. Beraten Ärzte per Videosprechstunde einen Patienten, sollen sie ihm bald auch ein digitales Rezept ausfertigen können. Das sieht nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Dienstag von Gesundheitsminister Jens Spahn geplante Gesetzesänderung vor. „Erst das elektronische Rezept macht Telemedizin zu einem Erfolgsprojekt“, sagte er der Zeitung. Es spare Ärzten und Patienten Zeit und Wege – vor allem auf dem Land. Zudem trage es zur Fälschungssicherheit bei, zeigte er sich überzeugt. Ähnliches hatte vor Kurzem bereits Thomas Müller, Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium, durchsickern lassen.

Der Minister möchte die Selbstverwaltung dazu verpflichten, entsprechende Regeln für das Ausstellen eines elektronischen Rezeptes zu vereinbaren. Die technischen Details etwa der Datenspeicherung und des Zugriffs per Karte oder Handy sollen dann Kassen, Ärzte und Apotheker untereinander ausmachen.

Das Projekt ist eines der Themen, die Spahn auf der Digital-Klausur des Bundeskabinetts am Mittwoch und Donnerstag vorstellen will.

Parallel steht das Thema E-Rezept auch im Bundesrat derzeit auf der Agenda. Die Bundesländer wollen sich damit in ihrer nächsten Sitzung am 23. November Rahmen der Debatten zum TSVG auseinandersetzen. Der federführende Gesundheitsausschuss des Bundesrats hat dazu eine Empfehlung an die Bundesregierung formuliert, in Zusammenhang mit dem TSVG das E-Rezept zügig umzusetzen. Spahn ist mit seinem Vorstoß dem nun bereits zuvorgekommen.

Erste Pilotprojekte zum E-Rezept sind auch bereits angekündigt worden, so etwa auf dem Apothekertag im Oktober in München oder im Rahmen des DocDirekt-Projekts („GERDA“) in Baden-Württemberg. Auch die Techniker Krankenkasse arbeitet offenbar in Hamburg an einem eigenen Projekt mit einem E-Rezept, das noch in diesem Dezember starten soll. (run)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Teurer Anachronismus

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