Versorgung kranker Urlauber

EU rüffelt spanische Ärzte

Die Iberische Halbinsel hadert mit der Europäischen Krankenversichertenkarte. Behandler lehnen sie ab und liquidieren oft privat.

Von Adelheid Weßling Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Nach EU-Informationen verweigern Krankenhäuser in spanischen Urlaubsregionen akut erkrankten oder verunfallten Touristen eine Behandlung "auf Krankenschein", stattdessen erhalten die Urlauber eine Privatrechnung und sollen eine Auslandsreiseversicherung samt Kreditkarte vorlegen.

Da diese Praxis dem gültigen Recht widerspricht, steht die Europäische Kommission seit 2010 mit Spaniens Behörden im Gespräch.

Da die Schwierigkeiten fortbestehen, hat die Kommission inzwischen mit ihrem Auskunftsersuchen die erste Stufe eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens eingeleitet.

Eigentlich sollte in einem Europa "ohne Grenzen" alles gut geregelt sein: Die Freizügigkeit in ein anderes Land zu reisen oder sich dort niederzulassen und zu arbeiten, ist ein hohes Gut der EU.

Dieselben Bedingungen für Urlauber und Versicherte im Gastland

Um eine Krankenversorgung bei kurzfristigen Aufenthalten in EU-Ländern und einigen anderen Staaten reibungslos zu gestalten, gibt es die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC).

Diese können alle Versicherten eines EU-Staates erhalten. In Deutschland ist sie bereits in der Versichertenkarte integriert und ersetzt so den früheren Auslandskrankenschein. Erkrankte Urlauber werden zu denselben Bedingungen behandelt wie die Versicherten im Gastland.

Die Kosten für eine medizinisch notwendige Behandlung werden von der hiesigen Kasse beglichen.

Planen Versicherte bewusst eine medizinische Behandlung in einem anderen EU-Mitgliedsstaat, beispielsweise weil sie sich dort eine bessere Behandlung ihrer chronischen Beschwerden versprechen, so müssen sie vorab die Kostenübernahme klären.

In der Regel übernehmen die Kassen die Kosten maximal in Höhe der Kosten, die hier für die Behandlung entstanden wären.

Mehr zum Thema

Probleme in Praxen

Start der elektronischen AU frustriert viele Ärzte

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Impfausweis mit Comirnaty-Eintrag: Welcher ist immunogener – der Corona-Impfstoff von BioNTech oder der von Moderna?

© Olga / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Hohe Viruslasten auch bei Kindern möglich