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EBM-Reform

Empörung bei Ärzten für Naturheilkunde

Die Pläne der KBV zu einem neuen Hausarzt-EBM sorgen weiterhin für Irritation. So auch beim Berufsverband der Ärzte für Naturheilverfahren.

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NEU-ISENBURG. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will im Hausarzt-EBM in Zukunft nach typischen und atypischen hausärztlichen Leistungen differenzieren und die Versichertenpauschale je nach Leistung voll oder nur hälftig anrechnen. Diese Pläne stoßen weiter auf ein geteiltes Echo.

"Mit großer Empörung" hätten die hausärztlichen Mitglieder des Berufsverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren (BÄN) in Berlin-Brandenburg die Nachricht über die Reformpläne aufgenommen, schreibt Dr. Axel Wiebrecht, Vorsitzender des Landesverbandes, in einer Stellungnahme.

"Die Mehrzahl der Ärzte für Naturheilverfahren besteht aus Hausärzten und behandelt auch mit Akupunktur", so Wiebrecht. Dieser hausärztliche Einsatz werde missachtet. Die Entscheidung der KBV-Vertreterversammlung sei daher völlig irrational.

"Doppler-Sonografie soll eine typische hausärztliche Leistung sein, Akupunktur, Psychotherapie und Schmerztherapie aber 'abweichend‘. Mit dieser absurden Festlegung hat sich eine ganz bestimmte Klientel durchgesetzt, die Honorarpiraterie betreibt", klagt Wiebrecht.

Man könne sich eher fragen, wie Praxen, die keine Hausbesuche durchführen oder 1500 Scheine pro Arzt haben, eine hausärztliche Vollversorgung garantieren können.

In der Praxis sei es so, dass durch die vielfachen Patientenkontakte während einer Akupunktur zwangsläufig ein Mehr an Beschwerden und Hintergründen thematisiert wird, das durch die arg zusammengestutzte Akupunkturvergütung nicht honoriert wird.

"Die heutige Kassen-Akupunktur bringt für Berliner Hausärzte nicht einmal mehr halb so viel ein wie zu Zeiten der Modellvorhaben Akupunktur", so Wiebrecht weiter in der Stellungnahme.

Wiebrechts Resümee: "Hier soll willkürlich Honorar umverteilt werden." Profitieren werden von der EBM-Reform werden aus seiner Sicht "Durchlauferhitzer-Großpraxen, die für Diagnosen bezahlt werden, für die sie nur noch Überweisungen ausstellen müssen". Wirklicher Einsatz beim Patienten werde eher bestraft. (ger)

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