Praxissteuerung

Entlastung von Bürokratie lädt Batterien wieder auf

Entlastung von Tätigkeiten in der Praxissteuerung erhoffen sich Ärzte zunehmend durch den Einsatz eines Praxismanagers. Vor allem gut weitergebildete MFA sind für derartige Aufgaben prädestiniert.

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Die Konzentration aufs Kerngeschäft schreiben Konzerne immer mal wieder auf ihre Fahnen, wenn nach einer Expansionsphase eine Konsolidierung folgt. Das Kerngeschäft für Ärzte – das letztlich auch den Hauptanteil der Umsätze der Praxis generiert – ist eindeutig der Kontakt zum Patienten. Nicht von ungefähr kommen daher Klagen vieler Ärzte, dass die Beschäftigung mit Bürokratie, Management und Verwaltung die Zeit für ihre Patienten rauben. Aber auch die dringend benötigte Zeit zur Erholung, etwa am Wochenende oder nach Feierabend, fehlt, wenn dann noch Kassenanfragen beantwortet oder Reha-Anträge ausgefüllt werden müssen. Für derartige Probleme gibt es jedoch eine Lösung: die Beschäftigung eines Praxismanagers oder einer -managerin.

Noch vor 20 Jahren war es die Ausnahme, heute sind aber immer mehr Praxen bereit, darüber nachzudenken, sich durch Praxismanager von Verwaltungsaufgaben entlasten zu lassen, um sich vollständig auf die Behandlung der Patienten konzentrieren zu können. "Berufs- und vertragsarztrechtlich begegnet ein Praxismanager im Grundsatz keinen Bedenken", erläutert Rechtsanwalt Dr. Jens-Peter Damas, Rechtsanwalt und Geschäftsführer bei ETL Advision in Berlin. Solange Kernentscheidungen zu Praxisprozessen, Geräten und Personal bei den Ärzten verblieben, sei die zulassungsrechtlich geforderte Tätigkeit in "freier Praxis" nicht beeinträchtigt.

"Bei der MVZ-GmbH ist es sogar möglich, dem Praxismanager die Rolle des GmbH-Geschäftsführers zuzuweisen", betont der Medizinrechtler. Der Praxismanager könne sich also grundsätzlich um alle nichtärztlichen Aspekte der Praxisorganisation kümmern. Dazu gehörten zum Beispiel:

» Abrechnung

» Personalmanagement

» Einkauf von Praxisbedarf

» Marketing

» Controlling

Die einzelnen Bereiche könnten natürlich auch auf mehrere Personen im Praxismanagement verteilt werden. Ob der Einsatz eines Praxismanagers sich "rechnet" sei dann "in pekuniärer und emotionaler Währung zu beurteilen". Liegt der Gewinnstundensatz des Arztes höher als die Kosten des Praxismanagers pro Stunde, ist die Entscheidung für den Praxismanager schon aus rein wirtschaftlichen Gründen indiziert. Darüber hinaus sei aber auch "die psychologische Entlastungswirkung kaum zu überschätzen", denn Arbeiten (wie Verwaltungstätigkeiten), die als lästig empfunden werden, belasteten die Batterie der psychischen Energie weit überproportional im Vergleich zu Tätigkeiten, die ein Arzt genuin als seine Aufgabe empfinde.

Bleibt als Herausforderung die Notwendigkeit, einen Praxismanager zu finden, der zu den Ärzten und dem Team passt und über die notwendigen fachlichen Hintergründe sowie Fähigkeiten verfügt. Inzwischen werden zahlreiche Kurse und Seminare, häufig mit IHK-Abschlüssen, angeboten, welche das notwendige Rüstzeug vermitteln. In diesem Sinne könne sich eine Fortbildung von bereits hoch qualifizierten Fachangestellten durchaus lohnen. (ger)

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