Kommentar

Fortbildung braucht keine Sanktionen

Von Antonia von Alten Veröffentlicht:

Wer rastet, der rostet. Das gilt in besonderem Maße für Ärzte, die allein schon aus Verantwortung für ihre Patienten immer auf dem neuesten Stand sein wollen. Sie gehen nicht zu Fortbildungsveranstaltungen, weil die KV mit Honorarkürzung und Zulassungsentzug droht, sondern weil sie auf neue Entwicklungen neugierig sind, als Einzelkämpfer den Erfahrungsaustausch mit den Kollegen schätzen.

Es verwundert daher wenig, dass die Zahl der Fortbildungsmuffel unter den deutschen Vertragsärzten vernachlässigbar ist. Am Stichtag 30. Juni 2009 waren es noch 6000 (fünf Prozent) von 114.000 nachweispflichtigen Ärzten, die übrigen 95 Prozent hatten ihre Punkte beisammen, viele davon weit mehr als die geforderten 250 CME-Punkte.

Zwei Jahre später sind davon gerade mal ein Prozent (1060 Ärzte und Psychotherapeuten) übriggeblieben. Ihnen droht jetzt möglicherweise die schärfste Sanktion: der Entzug der Zulassung. Es könnte allerdings sein, dass ihnen diese "Strafe" egal ist, weil sie beispielsweise aus Altersgründen aufhören.

Die Frage bleibt, ob für dieses Ergebnis wirklich eine gesetzliche Fortbildungsverpflichtung nötig war - mit dem ganzen bürokratischen Aufwand, der daran hängt.

Lesen Sie dazu auch: Fehlende Punkte: 1060 Ärzten droht Zulassungsentzug

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?