Kommentar zu Mängeln bei der Leichenschau

Fortbildung hilft hier wenig

Das Bestreben des Saarlandes, die ärztliche Leichenschau zu verbessern, ist gut gemeint. Beseitigen wird sie die Mängel jedoch nicht.

Von Andreas Kindel Veröffentlicht:
Auch in Kläranlagen ist der Umgang mit Arzneimittelrückständen eine große Herausforderung.

Auch in Kläranlagen ist der Umgang mit Arzneimittelrückständen eine große Herausforderung.

© darknightsky / fotolia.com

Die Initiative des Saarlandes, die ärztliche Leichenschau zu verbessern und den Mängeln jetzt per Studie auf den Grund zu gehen, ist gut gemeint. Doch alles deutet darauf hin, dass die Ärzte nur zu weiteren Fortbildungen verdonnert werden, ohne dass sich viel ändert.

Erstens wird es Medizinern auch nach einer Schulung schwer fallen, auf die Todesbescheinigungen Kausalitätsketten aufzuschreiben, wenn sie den Patienten nicht kennen.

Zweitens ändert auch das in Aussicht gestellte höhere Honorar nichts an der Tatsache, dass der Arzt für die bis zu einstündige Leichenschau seine volle Praxis verlassen soll.

 Drittens hat er noch mehr Aufwand und Ärger, wenn er auf dem Formular statt "natürlicher Tod" "Todesart ungeklärt" angibt und damit die Ermittlungs-Maschinerie in Gang setzt.

Wenn die Ärzte jetzt zu Fortbildungsveranstaltungen verpflichtet werden, besteht die Gefahr, dass die Geschulten vor allem lernen, wie sie Formulare so ausfüllen, dass sie sich möglichst Ärger vom Hals halten - die Leichenschau wird dadurch nicht besser.

Die bessere Lösung wäre ein Systemwechsel. Die Ärztebasis an der Saar wünscht sich schon seit Jahren die Bestellung von hauptamtlichen Leichenbeschauern, sogenannten "Coronern".

Diese hätten es leichter beim Umgang mit den Angehörigen, hätten mehr Zeit für die Leichenschau und könnten "als Profis" tatsächlich für mehr Qualität bei den Untersuchungen sorgen.

Dafür müsste man nur das nötige Geld bereitstellen.

Lesen Sie dazu auch: Saarland: Fortbildungspflicht bei Leichenschau geplant

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