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Kliniken mobilisieren Bürger

"Frag doch mal den Gröhe!"

Wegen des unterdurchschnittlichen Basisfallwerts sieht sich Schleswig-Holstein im Nachteil.

Veröffentlicht:

KIEL. Die schleswig-holsteinische Allianz für die Krankenhäuser will für Kommunikation zwischen den Bürgern im Norden und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sorgen. Unter dem Motto "Frag doch mal den Gröhe" können sich die Menschen direkt an den Bundesgesundheitsminister wenden.

Auf vorgedruckten Postkarten und über eine Webseite (www.fragdochmaldengroehe.com) kann die Bevölkerung ihre Fragen an den CDU-Politiker stellen, die die Allianz dann an das Bundesgesundheitsministerium weiterleitet.

Antworten erhoffen sich die Nordlichter auf einer Podiumsdiskussion, zu der Gröhe im Frühsommer nach Schleswig-Holstein eingeladen werden soll.

Der Allianz, der über 20 Organisationen aus dem Gesundheitswesen im Norden angehören, geht es um die stationäre Versorgung von rund 600.000 Patienten, die sich jährlich in den Kliniken zwischen Nord- und Ostsee behandeln lassen. Die Rahmenbedingungen dafür stimmen nach Ansicht der Allianz nicht.

"Seit Jahren bekommen die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein weniger Geld als in anderen Bundesländern. Wir erleben in den Kliniken eine immense Arbeitsverdichtung. Das bekommen auch Patienten und Angehörige mit", sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH), Bernd Krämer, zum Auftakt der Aktion.

Verhaltene Kassenvertreter

Verknüpft war der Auftakt mit einem Parlamentarischen Abend der Krankenhausgesellschaft. Zu diesem Anlass kündigte Anette Langner, Staatssekretärin im Kieler Gesundheitsministerium, weiteren Einsatz für eine Angleichung der Landesbasisfallwerte an.

Zugleich warnte Langner aber vor überhöhten Erwartungen. Inzwischen liegt Schleswig-Holstein wie berichtet zwar auf einer Höhe mit sieben anderen Bundesländern, aber immer noch unter dem Bundesdurchschnitt.

Verhalten reagierten die Krankenkassenvertreter Armin Tank (vdek) und Martin Litsch (AOK Nordwest) sowie der Vorstand des Flensburger Diakonissenkrankenhauses Karl-Heinz Vorwig auf den von der Bundesebene geplanten Strukturfonds in Höhe von einer Milliarde Euro.

Gedacht sind die Mittel für eine andere Nutzung stationärer Kapazitäten. Die Experten waren sich einig, dass der Bedarf hierfür in Schleswig-Holstein vergleichsweise gering ist - das Geld aus diesem zu gleichen Teilen von den Bundesländern und den Krankenkassen zu füllenden Topf also weitgehend an Schleswig-Holstein vorbei fließen wird. (di)

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