Oberbayern

Gespräche über Klinik-Fusion

Die kommunalen Krankenhäuser in den Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn starten Verhandlungen über eine Fusion.

Thorsten SchaffVon Thorsten Schaff Veröffentlicht:

ALTÖTTING/MÜHLDORF. Die kommunalen Klinikbetriebe der oberbayerischen Landkreise Altötting und Mühldorf am Inn streben einen Zusammenschluss an. Beide Kreistage gaben grünes Licht dafür, nach ersten Sondierungsgesprächen nun in Fusionsverhandlungen zu treten.

Betroffen sind die Krankenhäuser an den vier Standorten Altötting, Burghausen, Haag in Oberbayern und Mühldorf am Inn.

„Mit dem Zusammenschluss sollen die Kompetenzen der Kliniken gebündelt werden, um gemeinsam die Gesundheitsversorgung für die Bürger der beiden Landkreise unter sich erschwerenden Rahmenbedingungen auch in Zukunft qualitativ hochwertig gewährleisten zu können“, sagte Michael Prostmeier, Kaufmännischer Vorstand der Kreiskliniken Altötting-Burghausen, der „Ärzte Zeitung“.

Zu schaffen machen den Krankenhäusern in Deutschland einige Veränderungen. Es gebe im Gesundheitswesen eine Tendenz zur Zentralisierung von Leistungen, betonte der Altöttinger Klinik-Vorstand: „Mindestmengen und Personaluntergrenzen begleiten diese Entwicklung.“

Sollte es zu einem Deal der Krankenhäuser kommen, erhofft sich Prostmeier noch einen weiteren Vorteil. „Ein Zusammenschluss sichert zudem die bestehenden Arbeitsplätze und macht die Kliniken für neues Fachpersonal attraktiv.“

Fusion zum Januar angepeilt

Angestrebt ist eine Fusion zum 1. Januar 2020. Dieser Zeitpunkt sei aber letztlich nicht verbindlich, so Prostmeier.

Alle vier Kliniken sollen erhalten bleiben. Die Schließung eines Standortes sei zu keiner Zeit diskutiert worden, bekräftigte der Klinik-Vorstand. Im Gegenteil: „Durch die Zustimmungsvorbehalte beider Landkreise bei einer eventuellen Schließung eines Standortes sind die kleineren Standorte meines Erachtens im Zusammenschluss sehr gut abgesichert.“

Was das Haus in Burghausen anbelangt, so gab es schon mal Überlegungen, den Standort zu schließen. Heftige Gegenwehr führte schließlich zu einem Bürgerentscheid. Die große Mehrheit der Wähler sprach sich im März 2015 dafür aus, dass die Klinik bleibt.

Wie sich ein Zusammenschluss auf das medizinische Angebot der vier Häuser auswirkt, ist Gegenstand der Verhandlungen. Ein medizinisches Grundkonzept wurde in den Sondierungsgesprächen bereits andiskutiert, soll laut Prostmeier nun im Rahmen einer Klausurtagung mit Verwaltungsrat und medizinischer Leitung noch einmal beraten werden.

Die Kreiskliniken Altötting-Burghausen verfügen nach eigenen Angaben über 407 Betten. In den Krankenhäusern des Nachbarlandkreises Mühldorf stehen für Patienten rund 370 Betten bereit.

Wir haben den Beitrag verlängert am 29.07.2019 um 17:33 Uhr.

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