Berlin rüstet auf

Gesundheitszentrum der kurzen Wege

Auf einer Fläche von 24.000 Quadratmetern soll in Berlin Zehlendorf ein medizinisches Zentrum entstehen, das nicht nur versucht, möglichst viele Fachrichtungen unter ein Dach zu bekommen. Die Betreiber wollen auch ein arztnahes Wohnviertel bauen.

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:
2014 soll aus dem Modell Realität werden, dann eröffnet das Gesundheitszentrum in Zehlendorf.

2014 soll aus dem Modell Realität werden, dann eröffnet das Gesundheitszentrum in Zehlendorf.

© Andy Dean / Getty Images / iStockphoto

BERLIN. Die niedergelassene Onkologin Dr. Julia Herrenberger freut sich. Mit ihrer großen Gemeinschaftspraxis am Oskar-Helene-Heim will sie bald in moderne Räume umziehen.

Dabei bleibt sie für ihre Patienten vor Ort. Auf dem ehemaligen Klinik-Gelände soll ein Gesundheitszentrum entstehen.

Unter dem Titel "eins - alles für die Gesundheit" sollen Ärzte vieler Fachrichtungen, aber auch andere Anbieter aus dem engeren und weiteren Gesundheitsmarkt auf dem weitläufigen Waldgrundstück im Berliner Bezirk Zehlendorf Platz finden.

Seit Dezember 2012 liegt die Baugenehmigung vor. "Wir hoffen, dass es jetzt bald losgeht", sagte Herrenberger der "Ärzte Zeitung". Den Mietvertrag hat sie bereits unterschrieben. Die Preise entsprächen den ortsüblichen Gewerbemieten.

Von Prävention bis Rehabilitation

"Unser Vermietungsstand ist sehr gut", sagt Peter Wulff von der Blue Health GmbH, die gemeinsam mit der OHA Projektentwicklungsgesellschaft den Gesundheitsstandort entwickelt.

Viele der bisherigen Mieter auf dem Gelände ziehen in die Neubauten. Neue Ärzte kommen nach seinen Angaben aus einem Umkreis von drei Kilometern hinzu.

Die Angebote sollen von Prävention bis Rehabilitation reichen und auch die Alternativmedizin nicht aussparen. Zudem wird ein Meridian Spa auf dem Gelände eröffnen.

70 Millionen Euro fließen in das Projekt, noch einmal 65 Millionen in ein Wohnprojekt auf dem anderen Teil des Geländes. In den drei- bis viergeschossigen Gewerbegebäuden für den Gesundheitsstandort entstehen rund 24.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche.

Alle Gebäude sollen über ein Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt werden. Optisch sind sie so gestaltet, dass sie zusammengehörig erscheinen.

Fünf Häuser entstehen

Insgesamt wird es fünf Häuser geben. Haus 1 und 2 werden im engeren Sinn medizinisch genutzt. Dort sollen verschiedene Zentren entstehen.

Geplant ist ein Rückenzentrum und ein Psychotherapeutisches Zentrum mit Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie und Psychiatrie in Haus 1a. Zusätzlich sollen dort Apotheke, Akustiker und Reformhaus unterkommen.

Haus 1b soll ein sportmedizinisches Zentrum beherbergen. Die meisten Praxen sind in Haus 2 angesiedelt. Ein orthopädisches Zentrum mit Orthopädie, Rehamedizin, Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Sanitätshaus soll dort entstehen.

Auch ein chirurgisch-ästhetisches Zentrum mit Gefäß-, Kinder- und plastischer Chirurgie, Dermatologie, Zahnmedizin und Kieferchirurgie eröffnet dort, ebenso ein Unterleibszentrum mit Urologie und Gynäkologie, ein radiologisches Zentrum mit CT, MRT und Röntgen und ein Zentrum für ambulante und stationäre Operationen.

Auch die Onkologin Herrenberger wird in diesen Gebäudeteil einziehen. Haus 2b gehört einer orthopädisch-chirurgischen Privatklinik. Das Meridian Spa wird in Haus 5 untergebracht, eine Kita in Haus 3.

Angebote aus der Pflege erwünscht

Nur die Nutzung von Haus 4 war noch offen, als die Baugenehmigung erteilt wurde. Die Projektentwickler wünschen sich hier Angebote aus der Pflege. Verhandlungen gebe es bereits mit den Betreibern eines Pflegeheims und einer ambulanten Kurzzeitpflege. Die Bauvorbereitungen laufen derzeit.

Anfang April sollen die Baumaßnahmen beginnen. Die Eröffnung ist für Sommer 2014 geplant. Der Bauphase sieht Julia Herrenberger zwar mit gemischten Gefühlen entgegen.

Aber die Aussicht auf die Zukunft in den neuen Räumen und dem Gesamtkomplex stellt sich für die Ärztin positiv dar. "Ich finde es toll, wenn unsere Patienten dann kurze Wege zu anderen Fachärzten haben", sagt sie.

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