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Reisemedizin

Harmloses, aber gelegentlich auch Riskantes im Gepäck

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Malaria tropica. Hohe Parasitämie mit bereits einem erwachsenen Schizonten.

Malaria tropica. Hohe Parasitämie mit bereits einem erwachsenen Schizonten.

© Prof. Stefan Schreiber, Leipzig

Durch den Anstieg des Tourismus und die zunehmende Zahl beruflicher Auslandseinsätze hat die Reisemedizin an Bedeutung gewonnen. Zu einer umfassenden reisemedizinischen Beratung gehören nicht nur präventive Maßnahmen vor der Reise, sondern auch die Abklärung von Erkrankungen nach der Reise.

Präventiv müssen die Reisewilligen vor allem über allgemeine Regeln zum persönlichen Gesundheitsschutz informiert werden. Hierbei sollten sie zum Beispiel - je nach Reiseziel - darauf hingewiesen werden, möglichst keine rohen oder ungenügend gekochten Gerichte zu verzehren. Oder, sie sollten sich, soweit irgend möglich, vor Mückenstichen schützen. Tagsüber und in der Dämmerung wegen Dengue-Fieber, in der Dämmerung und nachts wegen Malaria.

Eine spezielle Beratung benötigen Schwangere, Kleinkinder, Impfgegner, Patienten mit chronischen Erkrankungen, multimorbide ältere Patienten und Personen vor beruflichen Auslandseinsätzen. Darauf weisen Professor Stefan Schubert und Dr. Martin Grimm aus Leipzig in ihrer zertifizierten Fortbildungseinheit "Ab in den Urlaub - aber nur gut geschützt" hin.

Vor jeder Reise sollte der Impfstatus überprüft werden. Die Indikation hängt von der Reiseart, dem Lebensstil und der Reisedauer ab. Das Reisegebiet kommt erst an zweiter Stelle. Die häufigste reisemedizinisch indizierte Impfung ist die Hepatitis-A-Impfung.

Vor Reisen in Malariagebiete sollte die Malariaprophylaxe ausführlich besprochen werden. Eine zusätzliche medikamentöse Malariaprophylaxe ist fast nur bei einem Aufenthalt im subsaharischen Afrika indiziert. Einen absoluten Schutz vor Malaria gibt es auch dadurch nicht.

Das Risiko zu erkranken ist gegen die Nebenwirkungen der Medikamente abzuwägen. Prinzipiell kann auch eine Notfall-Selbstbehandlung erfolgen. Bei Langzeitaufenthalten ist eine jahrelange medikamentöse Prophylaxe weder möglich noch sinnvoll. Hier stehen die Früherkennung und -behandlung im Vordergrund.

Erkrankungen nach der Reise müssen möglichst rasch abgeklärt werden. Zum einen muss bei potenziell tödlichen Erkrankungen wie bei Malaria tropica sehr schnell reagiert werden. Zum anderen gilt es, Kleinraumepidemien - insbesondere durch Hepatitis A oder infektiöse Durchfallerkrankungen - zu vermeiden.

Bei Fieber muss an die verschiedenen Malariaformen gedacht werden, besonders an Malaria tropica, die bei nicht rechtzeitiger Erfassung lebensgefährlich verlaufen kann. Diese Form ist heilbar, wenn innerhalb der ersten 24 Stunden therapiert wird.

Das klinische Bild ist aber nicht immer typisch, so kann Fieber fehlen, Bronchitis oder Diarrhö im Vordergrund stehen. Die Krankheit kann noch bis zu sechs Monate nach der Rückkehr auftreten.

Durchfälle kommen sehr häufig vor. Sie sind meist harmlos, solange sie ohne Blut- oder Schleimabgang oder Fieber verlaufen und selbstlimitierend sind. Fortbestehende Diarrhöen können von Entamoeba histolytica oder Lamblien verursacht werden, aber auch auf eine Dysbiose als Ausschlussdiagnose zurückzuführen sein.

Ein Ikterus kann bei Ungeimpften durch eine Hepatitis A hervorgerufen werden. In seltenen Fällen ist die Ursache eine Hepatitis E. Bei Hauterkrankungen muss vor allem an Hautleishmaniose, Larva migrans cutanea, Myiasis oder Pyodermien gedacht werden. (otc)

Nur für Fachkreise: Zu dem Modul "Ab in den Urlaub - aber nur gut geschützt"

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