Weiterbildung in Nordrhein

Hausärzte ohne Mehrheit

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Statt 300 zahlen KV und Kassen nur für 250 Weiterbildungsstellen in Nordrhein. Auch Appelle der Gesundheitsministerin verhallen ungehört.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. In Nordrhein finanzieren die KV (KVNo) und die Krankenkassen in diesem Jahr 250 Weiterbildungsstellen in der Allgemeinmedizin statt bislang 210. In der Vertreterversammlung der KVNokonnte sich der Hausärzteverband nicht mit der gewünschten Ausweitung auf 300 Stellen durchsetzen.

Im KVNo-Haushalt sind für 2014 ohnehin schon Mittel für 250 Weiterbildungsstellen bereitgestellt. Allerdings hatte die KV die Mittelvergabe gestoppt, nachdem das Geld für 210 abgerufen war. Das hatte ihr scharfe Kritik des Deutschen Hausärzteverbands eingebracht.

Jetzt folgte die VV einem Antrag des Allgemeinmediziners Dr. Rolf Ziskoven, des Hausarzt-Internisten Dr. Hans-Reinhard Pies und des Kinderarztes Dr. Thomas Fischbach. Sie plädierten für eine Förderung von 250 Stellen als Beitrag gegen eine drohende Unterversorgung im hausärztlichen Bereich.

Gleichzeitig mahnten sie eine Neuorganisation der Weiterbildungsfinanzierung an. In vielen Fächern erscheine eine Verlagerung von Weiterbildungsstellen in den ambulanten Bereich sinnvoll.

"Es bedarf dringend geeigneter Finanzierungskonzepte für alle Fächer über alle Versorgungsbereiche und Sektoren hinweg", heißt es im Antrag.

Die Vertreter des nordrheinischen Hausarztverbands scheiterten erneut mit dem Ansinnen, künftig 300 Stellen zu fördern. Im November 2013 war ein entsprechender Antrag an den Hauptausschuss überwiesen worden. Auch der Vorstoß, die zusätzlichen Stellen aus dem hausärztlichen Topf zu finanzieren, fand nicht die erforderliche Mehrheit.

Ministerin hat sich eingeschaltet

Der KVNo-Vorsitzende Dr. Peter Potthoff begrüßte die Entscheidung der VV. "Ich denke, dass die KV mit der Förderung von 250 Stellen angemessen agiert", sagte er der "Ärzte Zeitung". Die Bereitstellung weiterer Mittel sei nicht sinnvoll. Der Beweis sei noch nicht erbracht, dass die Maßnahme wirklich geeignet ist, zusätzliche Hausärzte für die Versorgung zu gewinnen.

Der Aachener Hausarzt Rainer Kötzle kritisierte das Verhalten der VV. "Die jetzt beschlossene Aufstockung ist nicht ausreichend." Notwendig seien 300 Stellen oder mehr.

Die Konsequenz: "Wir werden versuchen müssen, die fehlende Hausarzt-Förderung außerhalb der Selbstverwaltung zu erhalten." Der Hausärzteverband werde das Gespräch mit der Politik und den Krankenkassen suchen, kündigte er an.

Bereits im Vorfeld der VV hatte sich Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) in die Debatte eingeschaltet. In einem Schreiben an den VV-Vorsitzenden Dr. Frank Bergmann hatte sie für eine Erhöhung der Kapazitäten plädiert.

"Ob eine Aufstockung um 40 Stellen der nach meinen Kenntnissen großen Nachfrage gerecht wird, kann ich nicht abschließend beurteilen", schrieb Steffens. "Eine weitere Aufstockung sollte aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden."

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