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AOK Bayern

Hausärzte sollen Millionen zurückzahlen

Böse Weihnachts-Überraschung für rund 2700 bayerische Hausärzte, die an der HzV teilnehmen: Nach Angaben des BHÄV fordert die AOK insgesamt 12,5 Millionen Euro an Honorar zurück. Schuld sind massenhaft fehlerhafte Abrechnungen, erläutert die Kasse.

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Die AOK fordert 12,5 Millionen Euro von Hausärzten in Bayern zurück.

Die AOK fordert 12,5 Millionen Euro von Hausärzten in Bayern zurück.

© Stephan Thomaier

MÜNCHEN. Kurz vor Weihnachten erleben etwa 2700 Hausärzte in Bayern eine böse Überraschung. Die AOK Bayern fordert von ihnen insgesamt 12,5 Millionen Euro zurück, wie der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) berichtet.

Dabei geht es um Honorare, die die Kasse nach ihrer Ansicht im Rahmen des Moduls Pharmakotherapie des HzV-Vertrags zuviel ausbezahlt hat: Für die Arzneimitteltherapieoptimierung (AMTHO) bei Patienten, die sechs und mehr Medikamente bekommen, können die Ärzte zusätzliche Leistungen berechnen.

In den strittigen Fällen geht es um Differenzen bei den gemeldeten Patienten, die bislang nicht geklärt wurden, so der BHÄV.

Am 19. Dezember habe die AOK nun die gesammelten Forderungen aus den vergangenen zwei Jahren (2. Quartal 2012 bis 3. Quartal 2014) mit einer Frist von 30 Tagen geltend gemacht.

Bis zu 100.000 Euro pro Praxis

In Einzelfällen sollen sich die Rückforderungen nach Informationen des BHÄV auf bis zu 100.000 Euro pro Praxis belaufen. Das sei existenzgefährdend. Man werde die Rückforderungen nicht hinnehmen, erklärte der Verband.

Der Vorsitzende des BHÄV, Dr. Dieter Geis, zeigte sich in einer ersten Stellungnahme empört: "Die AOK Bayern hat über mehr als zwei Jahre vermeintliche Forderungen gesammelt, um den Hausärztinnen und Hausärzten, die am HzV-Vertrag AOK Bayern teilnehmen, jetzt kurz vor den Weihnachtsfeiertagen zum Teil existenzbedrohende Forderungen samt einer kurzen Frist zustellen zu können."

Er habe bereits das Bayerische Gesundheitsministerium gebeten, aufsichtsrechtlich tätig zu werden, "um diese Geisterfahrt der AOK Bayern zu stoppen", so Geis.

AOK Bayern: "Extrem hohe Zahl fehlerhafter Abrechnungen"

Die AOK Bayern betonte demgegenüber, bemerkenswert sei nicht die Rückforderung als solche, sondern die "extrem hohe Zahl fehlerhafter Abrechnungen". Die hohe Zahl der betroffenen Ärzte sei "niederschmetternd".

Die Abrechnungsfehler wären bei ausreichender Berücksichtigung der Handlungsanleitungen des Hausärzteverbandes zu vermeiden gewesen. Möglicherweise hätte der BHÄV seine Mitglieder noch intensiver beraten müssen.

Dass die Rückforderung jetzt vor Jahresende angemeldet wurden, erklärt die AOK mit einem möglichen Fristablauf. Im Übrigen sei sie zur sachlich-rechnerischen Richtigstellung verpflichtet, ein Ermessen bestehe im Interesse der Beitragszahler nicht. (sto)

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