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Herzinfarkt-Risiko - Software hilft beim Patientengespräch

HEIDELBERG (mm). Mit einer neuen Software können Hausärzte das kardiovaskuläre Risiko ihrer Patienten bestimmen. Das Programm mit dem Namen Arriba wurde von Medizinern an zwei Universitäten entwickelt.

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Jeder wollte mal ran an die Tastatur. Der Wunsch, das eigene kardiovaskuläre Risiko auf die Schnelle ermitteln und anschauen zu können, reizte jeden der Hausärzte in dem Raum. Lachend saßen die Mediziner beim Workshop "Kardiovaskuläres Risikomanagement - Risikokommunikation in der Hausarztpraxis" beim 8. Heidelberger Tag der Allgemeinmedizin in kleinen Gruppen vor den Laptops. Gesamtcholesterin, HDL, Gewicht sowie Angaben zu Alter, Medikamenteneinnahmen und Rauchgewohnheiten: Zügig gaben die Mediziner solche und andere persönliche Daten ein, um wenige Sekunden später das Ergebnis zu sehen.

Arriba heißt das Computerprogramm, mit dem Ärzte auf einfachem Wege das kardiovaskuläre Risiko ihrer Patienten plakativ sichtbar machen können. Arriba steht für "Absolutes und relatives Risiko - individuelle Beratung in der Allgemeinarzt-Praxis". Entwickelt wurde die Software von den Abteilungen für Allgemeinmedizin der Universitäten Marburg und Düsseldorf, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

"In der Praxis ist das Programm sicher hilfreich für den Arzt", sagte Dr. Sabine Ludt von der Abteilung Allgemeinmedizin der Universitätsklinik Heidelberg, beim Workshop. Mit der Software sollen Niedergelassene die Risikoprognose und die Effekte von Präventionsmaßnhamen bildlich so darstellen können, dass Patienten sich eine eigene Meinung bilden und mitentscheiden können.

Beim Tag der Allgemeinmedizin kam das Programm in der Tat gut an. "Es ersetzt natürlich nicht meine Diagnose. Aber wenn ich mit meinen Patienten die Ergebnisse ihres Check-ups bespreche, werde ich künftig ganz sicher auch Arriba aufgreifen", sagte ein Hausarzt aus der Nähe von Pforzheim. Die Darstellung mit Hilfe lachender und trauriger Smileys sei für jeden verständlich und einprägsam. So könne man seinen Worten und Empfehlungen mehr Nachdruck verleihen.

Nicht nur die Wahrscheinlichkeit für einen Patienten, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, wird bei dem Programm optisch demonstriert. Ebenos werden die Effekte von Verhaltensänderungen oder medikamentösen Therapien anschaulich dargestellt. Ein Arzt in Heidelberg probiert es gleich aus. "Wenn ich mehr Sport mache, dann bekomme ich noch zwei Smileys mehr in meiner Liste verbucht", stellt er während des Workshops fest.

Arriba lässt sich kostenlos herunterladen: www.arriba-hausarzt.de

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