Arbeitsschutzanalyse

Herzkatheter-Arbeitsplätze in NRW – Beim Strahlenschutz leichte Mängel

Bei fast allen geprüften Herzkatheter-Arbeitsplätzen in NRW ist die Sicherheit verbesserungsfähig.

Veröffentlicht:

Köln. Was den Strahlenschutz bei Herzkatheter-Untersuchungen angeht, haben Kliniken und Praxen in NRW noch Luft nach oben. Eine Überprüfung durch den Arbeitsschutz brachte 2017 bei fast allen Einrichtungen Mängel ans Licht – allerdings keine gravierenden Fehler.

Hauptproblem: Die Ärzte konnten die ausreichende Fachkunde nicht nachweisen. Die Arbeitsschützer hatten insgesamt 265 Herzkatheter-Arbeitsplätze in 120 Kliniken und 21 Praxen geprüft. Dabei ging es um die Fachkunde, die Sachverständigenprüfung an den Röntgengeräten, die Gefährdungsbeurteilung sowie die Unterweisung und Schutzausrüstung der Beschäftigten.

In 137 Einrichtungen stießen die Prüfer auf Mängel – in 71 Fällen wurden zehn oder mehr Mängel festgestellt. Ein Unterschied zwischen Praxen und Kliniken ließ sich nicht erkennen, teilte das Landes-Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Rund ein Drittel der Auffälligkeiten bezog sich auf die erforderliche Fachkunde "Strahlenschutz". Die Kardiologen hatten entweder keine Fachkundebescheinigung oder keine ausreichende Fachkunde.

 So hatten manche lediglich die Fachkunde "Notfalldiagnostik". "Solange die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz bei den zuständigen Behörden nicht nachgewiesen werden kann, dürfen die betroffenen Kardiologen nur unter Aufsicht einer Ärztin/eines Arztes mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz tätig werden", erläuterte das Ministerium. Ist die Aufsicht nicht gewährleistet, darf die Leistung nicht erbracht werden.

Die hohe Anzahl der gefundenen Mängel zeige, dass die Kontrolle der Herzkatheter-Arbeitsplätze überfällig war, so Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die letzte landesweite Überwachungsaktion von Röntgeneinrichtungen in diesem Bereich erfolgte 1995.

Im Allgemeinen reagieren die Behörden bei Röntgeneinrichtungen auf Beschwerden, Anfragen oder Anzeigen. Gerätetechnisch werden die Röntgeneinrichtungen laut Ministerium alle fünf Jahre oder bei wichtigen Änderungen anlassbezogen durch bestimmte Sachverständige überprüft.

"Bei derartigen Untersuchungen oder Eingriffen müssen die Strahlenbelastungen für die Patienten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gering wie möglich sein", betonte Laumann. Das medizinische Personal entsprechend aus- und weiterzubilden, trage entscheidend dazu bei.

Nach der Überwachungsaktion leiteten die Arbeitsschutzdezernate in den fünf Regierungsbezirken insgesamt 50 Verfahren ein. Die Sanktionen reichten von 55 Euro Verwarnung bis 5000 Euro Bußgeld. (iss)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps