Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesverwaltungsgericht

Impfschaden kann ein Dienstunfall sein

Vermeintliche Nebenwirkungen einer Grippeimpfung als Dienstunfall? Ein Polizeibeamter hat das erfolgreich vor Gericht erstritten.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. Nehmen Beamte an einer von der Dienststelle organisierten Impfung teil, kann ein späterer Impfschaden als Dienstunfall anerkannt werden.

Denn die Impfung ist dann - wie etwa ein Betriebsausflug - eine "dienstliche Veranstaltung", bei der der Beamte unter Unfallschutz steht, urteilte kürzlich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Es gab damit einem Polizeibeamten aus dem Saarland recht. Angeregt durch einen Aushang im Polizeirevier hatte dieser sich 2005 beim polizeiärztlichen Dienst gegen die Virusgrippe impfen lassen.

Ein Jahr später führte beim Kläger eine Entzündung des Rückenmarks zu einer Störung der gesamten Motorik der rechten Körperhälfte. Der Polizist führte dies auf die Schutzimpfung zurück und verlangte die Anerkennung des Gesundheitsschadens als Dienstunfall.

Wie nun das Bundesverwaltungsgericht entschied, war die Impfung als "dienstliche Veranstaltung" unfallversichert "weil sie vollständig in der Verantwortung des Dienstherren lag".

Das Oberverwaltungsgericht Saarlouis muss allerdings noch klären, ob die gesundheitlichen Probleme des Polizisten tatsächlich auf die Impfung zurückgehen. (mwo)

Bundesverwaltungsgericht, Az.: 2 C 1.12

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Das könnte Sie auch interessieren
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Dr. Klaus Weiner 10.09.201312:11 Uhr

Anerkennung eines Impfschadens als Dienstunfall bei schwer zu klärender Kausalität

Sowohl Ausschluß, als auch Nachweis der Kausalität dürfte hier überaus schwierig,wenn nicht unmöglich sein,zumal auch ein eindeutiger zeitlicher Zusammenhang wohl nicht erkennbar ist.Dennoch ist im Zweifel der Versorgungsanspruch sicher gerechtfertigt.Der guten Sache "Impfen",soll durch diese bedauerliche Angelegenheit kein Schaden entstehen.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Lesetipps
Echzeitdarstellung der Blutzuckermessung auf einem Smartphone

© Remigiusz Góra / stock.adobe.com

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien