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Internationaler Wettbewerb fordert lokale Gesundheitsnetzwerke heraus

BERLIN (ami). Die Akteure im Gesundheitswesen müssen sich auf einen verstärkten Wettbewerb einstellen. Das empfiehlt der stellvertretende Leiter der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung in Brüssel Günter Danner.

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"Je mehr ein Patient selbst zahlt, desto mehr mag er sich nach billigeren Alternativen umsehen." Günter Danner Stellvertr. Leiter der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung in Brüssel

Der stärkere Wettbewerb wird den Angaben Danners zufolge von Brüssel gewünscht und vorangetrieben. Dabei wird der Einfluss der EU-Ebene auf die nationalstaatlichen Gesundheitssysteme gemeinhin unterschätzt. Rund 80 Prozent der rechtlichen Basis des deutschen Gesundheitswesens sind laut Danner bereits von der EU vorgegeben. Ihre Definition des Patienten als Verbraucher in der Direktive über Patientenrechte bei grenzüberschreitenden Gesundheitsleistungen öffne der EU weitere Einflussmöglichkeiten auf die einzelstaatlichen Gesundheitssysteme.

Eine Folge des verstärkten Wettbewerbs sieht Danner darin, dass Patienten immer mehr Leistungen selbst zahlen. Dieser Entwicklung kann er nicht nur Positives abgewinnen. "Gesundheitsversorgung einzukaufen könnte zu einer gängigen Praxis werden. Das ist nicht ungefährlich", sagte der EU-Vertreter beim Kongress MCC Hospitalworld am Dienstag in Berlin. "Je mehr ein Patient selbst zahlt, desto mehr mag er sich nach billigeren Alternativen umsehen", so Danner weiter. Diese "gefährliche Schnäppchenjagd" führe heute schon dazu, dass Deutsche zum Beispiel für Zahnersatzbehandlungen in Nachbarstaaten fahren.

Die EU will diesen grenzüberschreitenden Gesundheitstourismus laut Danner in bilateralen Vereinbarungen zwischen den Staaten geregelt wissen. Problematisch sei aber, dass die Qualität dabei als gleich vorausgesetzt werde, obwohl es keinen Qualitätsvergleich gebe. Danner: "Das ist eine Entwicklung, die man beobachten muss."

Eine weitere Folge des wachsenden internationalen Wettbewerbs sei eine "Tendenz zur Industrialisierung". Wenn Gesundheitsleistungen auch in anderen Ländern eingekauft werden können, könne es passieren, dass die zahlenden Institutionen international nach Partnern für die Gesundheitsversorgung suchen, so Danner.

Er warnte davor, dass dann industrielle Strukturen lokale Netzwerke ablösen und so wirtschaftlich kleine Anbieter vom Markt verdrängen könnten.

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