Direkt zum Inhaltsbereich

apoBank-Studie

Junge Ärzte auf dem Weg zum Dienstleister

Wie wird die medizinische Versorgung im Jahr 2030 aussehen? Eine aktuelle Studie lässt tief blicken, wie junge Heilberufler ihre Zukunft sehen.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Anhaltender Trend zur Tätigkeit in Teilzeit, Anstellung vor Selbstständigkeit, zunehmende Digitalisierung und Wandel des Berufsbildes des Arztes vom "Halbgott in Weiß" zum Dienstleister, der das Vertrauen der Patienten genießt: Das sind wichtige Trends, die in den kommenden knapp 15 Jahren die Patientenversorgung prägen werden.

Die Trends ergeben sich aus der repräsentativen Studie "Zukunftsbild Heilberufler 2030", für die 400 Haus- und Fachärzte, Zahnärzte und Apotheker im Alter zwischen 25 und 40 Jahren befragt worden sind. Initiator der Studie, die zusammen mit dem Marktforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde, ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank). Vorgestellt wurde die Studie am Dienstagnachmittag beim Hauptstadtkongress in Berlin.

Demnach gehen 83 Prozent der Befragten über alle Heilberufe hinweg davon aus, dass Heilberufler Anfang des übernächsten Jahrzehnts als Dienstleister wahrgenommen werden, 79 Prozent glauben, das Bild des "Halbgottes in Weiß" werde dann endgültig überholt sein. 71 Prozent der Heilberufler glauben, dass sie weiter ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen werden. Gleichzeitig sehen 91 Prozent der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, dass Patienten im Jahr 2030 höhere Ansprüche an ihre Leistungen stellen werden. 59 Prozent glauben, dass Patienten im Gegenzug häufiger als heute bereit sein werden, selbst für Gesundheitsleistungen zu bezahlen.

Die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) sieht Einzelpraxen und Apotheken mit einem Inhaber als Auslaufmodell. Der Trend zur Anstellung werde sich fortsetzen, ebenso der zur Teilzeitbeschäftigung. So ziehen 34 Prozent der befragten jungen Ärzte Teilzeit vor, von den Ärztinnen sind es sogar 66 Prozent, die Teilzeitbeschäftigung vorziehen. Entsprechend differieren auch die Einkommenserwartungen bei Ärztinnen und Ärzten: Ärztinnen schätzen nach den Ergebnissen der Studie ihr Einkommen im Jahr 2030 im Median auf 81.000 bis 100.000 Euro, Ärzte auf 141.000 bis 160.000 Euro. Die Ärzte liegen mit ihren Einschätzungen zum Einkommen 2030 deutlich über denen der Zahnärzte und Apotheker.

Die Studie verdeutliche einmal mehr, "dass Deutschland mit Blick auf das Jahr 2030 in eine Versorgungslücke hineinläuft", kommentiert der stellvertretende Vorsitzende der apoBank Ulrich Sommer die Ergebnisse in einer Mitteilung. "Wir brauchen mehr Köpfe in den Heilberufen." (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Porträts: Marc Stefan | Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve

© Porträts: Marc Stefan | Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Arztsuche: Was steckt hinter Empfehlungslisten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BurdaVerlag Data Publishing GmbH

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt