Patientenrechte

KV Bayerns will das Patienten-Datenschutz-Gesetz nachbessern

Die KVB will erreichen, dass der Bundesrat vor der Verabschiedung des PDSG den Vermittlungsausschuss anruft. Damit schlägt sie in die gleiche Kerbe wie der Bundes-Datenschutzbeauftragte.

Von Birgit Fenzel Veröffentlicht:
Patientendaten wirklich gut gesichert? Die KV Bayerns sieht beim Patienten-Datenschutz-Gesetz noch erheblichen Gesprächs- und Nachbesserungsbedarf.

Patientendaten wirklich gut gesichert? Die KV Bayerns sieht beim Patienten-Datenschutz-Gesetz noch erheblichen Gesprächs- und Nachbesserungsbedarf.

© Maksim Kabakou / stock.adobe.com

München. Wegen Risiken für Patientenrechte und Datenschutzproblemen sieht die KV Bayerns (KVB) dringenden Gesprächsbedarf mit der bayerischen Staatsregierung zum Thema Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG). „Ziel ist, dass der Bundesrat den Vermittlungsausschuss anruft, so dass ein PDSG formuliert wird, das Patientendaten wirksam schützt, Patientenrechte wahrt, medizinischen Mehrwert liefert und damit die Basis einer verantwortungsvollen Digitalisierung bilden kann“, erklärt die KVB-Vorstandsriege Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp.

Mit diesem Schritt unterstützt die KVB die Forderungen des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber. Dieser habe klar gemacht, dass das PDSG in seiner aktuellen Form die europarechtlichen Regelungen der Datenschutzgrundverordnung nicht erfüllt, so die KVB. „Damit ist das Gesetz nicht nur jederzeit juristisch angreifbar, sondern kostet durch zu erwartende Klagen Vertrauen, Zeit und Geld.“, heißt es weiter.

Klagen kosten Vertrauen, Zeit und Geld

Nach 15 Jahren der Diskussion sei es an der Zeit, den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten in Bayern Planungssicherheit zu geben und eine Digitalisierung zu ermöglichen, die außer dem administrativen Nutzen für Kassen auch die medizinische Versorgung verbessere.

„Wir sind als Ärzte unseren Patienten verpflichtet. Uns geht es darum, dass unsere Patienten wissen, wer ihre medizinischen Daten einsehen kann und dass sie darüber bestimmen können, wem sie wann und in welchem Umfang Einsicht in diese hochsensiblen Informationen gewähren“, so der KVB-Vorstand.

Das Vertrauen zwischen Arzt und Patient könne in Zeiten der Digitalisierung nur durch ein Verhältnis auf Augenhöhe, Transparenz und Ehrlichkeit erhalten werden. Daher fordere die KVB eine Digitalisierung, die diesem Anspruch gerecht wird. „Weiteren Zeitverzug durch heute schon vorhersehbare Klagen können wir nicht akzeptieren – finanzielle Mittel der Versicherten dürfen nicht verschwendet werden“.

Gesundes Verhältnis von Nutzen und Risiko

Verantwortung bei der Umsetzung der Digitalisierung bedeute auch, dass der erhoffte Mehrwert in der medizinischen Versorgung vor einer bundesweiten Einführung nachgewiesen werde und in einem angemessenen Verhältnis zum Risiko stehe. Dieses sei jedoch derzeit nicht der Fall, so die KVB.

„Bis heute wird nur die technische Funktionalität geprüft, doch schon bei der Verfügbarkeit der Telematikinfrastruktur (TI) hapert es, wie der mehrwöchige Ausfall der Konnektoren in der jüngsten Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt hat.“

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Gesundheitspolitik

HPV-Impfung verhindert Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen