Urteil

Kassen müssen keine Perücke für Männer zahlen

Veröffentlicht:

KASSEL. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen haarlosen Männern keine Perücke bezahlen. Wie jetzt das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied, gilt dies auch bei krankheitsbedingter Haarlosigkeit.

Haarverlust sei bei Männern insgesamt üblich. Anders als bei Frauen wirke er daher nicht stigmatisierend. Allerdings ließ das BSG Ausnahmen für insgesamt haarlose junge Männer zu.

Der Kläger leidet seit seinem 45. Lebensjahr krankheitsbedingt an völliger Haarlosigkeit (Alopecia areata universalis). Die Krankenkasse hatte ihn wiederholt mit einer Perücke versorgt, zuletzt 2006. Als er mit 73 Jahren 2011 erneut einen Antrag stellte, lehnte die Kasse ab.

Der Mann kaufte sich für 820 Euro eine ärztlich verordnete Perücke und verlangte dies nun von der Kasse zurück. Doch das BSG wies die Klage ab. "Die überwiegende Zahl der Männer verliert im Laufe des Lebens ganz oder teilweise ihr Kopfhaar.

Dadurch erregen Männer aber weder besondere Aufmerksamkeit im Sinne von Angestarrt-Werden noch werden sie stigmatisiert." Bei Frauen dagegen gebe es einen biologisch bedingten Haarverlust nicht.

"Eine Frau ohne Kopfhaar fällt daher besonders auf und zieht die Blicke anderer auf sich." Die Haarlosigkeit weiche von der Norm ab und könne daher krankheitswertig sein.

Wie das BSG betont, kann es allerdings Ausnahmen für Jugendliche und junge Männer geben, "wenn der Haarverlust nicht allein die Kopfbehaarung, sondern auch die übrige Behaarung des Kopfes wie Brauen, Wimpern und Bart erfasst". (mwo)

Az.: B 3 KR 3/14 R

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

© Bayer Vital GmbH

DDG-Tagung 2021

Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

© Dr. Sebastian Huth / privat

ADF-Jahrestagung

Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

© Mark Kostich / iStockphoto

Radiodermatitis

Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Schlafstörung? Da greifen viele Patienten eigenständig zu Melatonin. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Schlafstörungen: Vorsicht vor unkritischem Melatonin-Einsatz

Constanze Jäger fungiert am Städtischen Klinikum Braunschweig als Employee Happiness Managerin.

© [M] Porträt: Klinikum Braunschweig/Dennis Schulten | Martyshova / stock.adobe.com

Zufriedene Mitarbeiter

Glücksmanagerin greift im Krankenhaus unter die Arme