Verband der forschenden Pharmaunternehmen

Kassen und Pharma — mehr Kooperation gefordert

Die forschenden Hersteller appellieren an Kassen, in den Regionen neue Kooperationen zu erproben.

Veröffentlicht: 11.10.2018, 05:00 Uhr

BOCHUM. Eine bessere Gesundheitsversorgung gelingt nur mit branchenübergreifenden Kooperationen, glaubt die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen, Birgit Fischer.

Dazu gehört für sie die Zusammenarbeit von Kassen und Pharmaindustrie. Die Suche nach neuen Versorgungsmodellen verbinde die beiden Bereiche. "Die Offenheit ist in den vergangenen Jahren größer geworden", sagte sie beim Kongress "Innolab 2018 – Experimentierraum für Gesundheit und Gesellschaft" in Bochum.

Fischer ist eine der Initiatorinnen des Kongresses, der bei seiner Premiere rund 400 Teilnehmer zählte. Bei der Veranstaltung handele es sich um ein Experiment, erläuterte die ehemalige Gesundheitsministerin in NRW und Vize-Chefin der Barmer.

Ziel sei es, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen, um Ideen für die Versorgung zu entwickeln und gemeinsame Projekte zu verabreden. Dabei gehe es nicht nur um die klassischen Leistungserbringer, sondern auch um Vertreter nicht-ärztlicher Berufe, Unternehmen, Kommunen und Wissenschaftler. "Expertennetzwerke sind wichtig, um die Versorgung zu verändern", sagte sie.

Große Rolle für Netzwerke

Deshalb komme den Regionen mit ihren gewachsenen Netzwerken eine große Rolle zu. Neue Konzepte könnten regional erprobt und bei Erfolg ausgerollt werden. "Die Player im Gesundheitswesen brauchen größere Handlungsspielräume", betonte die vfa-Chefin.

Sie seien in den Regionen eher gegeben als bei einem bundesweiten Aufschlag. Bochum und das Ruhrgebiet mit seinen vielfältigen Angeboten in der Gesundheitsversorgung und -wirtschaft seien ein idealer Ort für das "Innolab".

"Die Notwendigkeit der Suche nach dezentralen Lösungen liegt auf der Hand", sagte Fischers Mitstreiter Professor Josef Hilbert, Geschäftsführender Direktor des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. Der Kongress wolle dazu beitragen, den Austausch zu systematisieren.

Neben Kooperationen wird seiner Einschätzung nach die Digitalisierung eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Produktivität und Effizienz im Gesundheitswesen zu erhöhen. "Dann werden wir in die Lage kommen, eine anständige Gesundheitsversorgung ohne eine zu starke Kostenbelastung anbieten zu können." (iss)

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