Hessen

Klinikverband fordert Taten statt nur Worte

Die Landeskrankenhausgesellschaft lobt das Eckpunktepapier, sieht es aber nur als ersten Schritt.

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DARMSTADT. Die Hessische Krankenhausgesellschaft hat das Eckpunktepapier der Bund-Länder-AG zur Klinikreform begrüßt. Die Qualitätsinitiative, das Pflegeförderprogramm sowie das Ende der sogenannten doppelten Degression seien positive Signale.

Bisher wirken sich Abschläge bei Mehrleistungen auch auf den Landesbasisfallwert aus. Um diesen Effekt zu neutralisieren, sieht das Eckpunktepapier bis Ende 2016 parallel zum Mehrleistungsabschlag einen Versorgungszuschlag in Höhe von 0,8 Prozent vor.

"Wir erwarten, dass die Eckpunkte fair in einen Referentenentwurf umgesetzt werden", sagte Dieter Bartsch, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) beim hessischen Krankenhaustag am Donnerstag in Darmstadt.

"Tiefer nachdenken" müssten Gesundheitspolitiker aber nach Ansicht von Bartsch noch einmal über die Zu- und Abschläge bei der Qualität und bei den unangekündigten MDK-Prüfungen von Behandlungsqualität in Kliniken.

"Dies ist Ausdruck eines Misstrauens in die ärztliche Tätigkeit", so Bartsch weiter. Auch sei man bei dem Thema Investitionen seitens der Länder in die Kliniken keinen Schritt weiter gekommen. Zwar solle es künftig einen Strukturfonds geben, aus dem Hessen 70 Millionen Euro bekommen könnte.

"Doch das ist kein Ersatz für echte Investitionen und sollte kein Feigenblatt für das große Volumen sein, das in Hessen fehlt", so Bartsch.

Nach seinen Angaben hat das Institut für Entgeltsysteme im Krankenhaus (InEK) einen zusätzlichen Finanzbedarf von 150 Millionen Euro für Kliniken in Hessen errechnet. Für mehr Qualität und Patientensicherheit kündigte Bartsch eine "Initiative Patientensicherheit in Hessen" an.

Dabei solle es vor allem um MRSA-Infektionsschutz gehen.Einen verstärkten Austausch dazu werde mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit angestrebt. Die Vorsitzende des Bündnisses, Hedwig François-Kettner, warb in Darmstadt um mehr hessische Kliniken, sich vom Bündnis beraten lassen. (bee)

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