Kommt die Zwangs-IT bei Selektivverträgen?

NEU-ISENBURG (reh). Der Streit um die Standard-IT-Schnittstelle für Selektivverträge will nicht enden. Laut Medi gibt es Bestrebungen, eine für Ärzte verpflichtende IT-Infrastruktur für die Verträge aufzubauen. Die KV-Telematik-ARGE kann dies nicht bestätigen.

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Teilnehmer an Selektivverträgen sollen verpflichtet werden, über eine einheitliche Schnittstelle abzurechnen. Viele Vertreter sehen dies kritisch.

Teilnehmer an Selektivverträgen sollen verpflichtet werden, über eine einheitliche Schnittstelle abzurechnen. Viele Vertreter sehen dies kritisch.

© Mike Kiev / fotolia.com

In einem Rundbrief an die Medi-Mitglieder erklärt Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner, dass die KV-Telematik-ARGE und der AOK-Bundesverband es nicht bei der Entwicklung einer eigenen Schnittstelle belassen würden.

Geplant sei der Aufbau einer ganzen Infrastruktur, "die jeden Teilnehmer an Selektivverträgen verpflichte, über diese Schnittstelle abzurechnen". Das belegten die Eckpunkte der Vereinbarung zwischen ARGE und AOK-Bundesverband, so Baumgärtner weiter.

Vertreterversammlung der KV Baden-Württemberg lehnt Schnittstelle ab

Die Vertreterversammlung der KV Baden-Württemberg hat daher noch in ihrer Sitzung am Mittwoch beschlossen, die Kooperation der Telematik-ARGE und des AOK-Bundesverbandes bei der geplanten Schnittstelle "entschieden abzulehnen".

Das Papier aus dem Haus der Telematik-ARGE, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt, sieht in der Tat vor, dass für die Kommunikation die heute geltenden Standards, etwa KV-SafeNet, für die Anbindung der Praxen im Rahmen der Kooperation genutzt werden sollen.

Keine Pflicht zur Nutzung, so die KV-Telematik-ARGE

Doch daraus ergebe sich keine Pflicht zur Nutzung, sagt Dr. Gunter Hauptmann, Vorsitzender de KV-Telematik-ARGE.

Schon gar nicht für Hausärzteverband und Medi, denn welche Verträge die Verbände mit irgendeiner Kasse schlössen, darauf habe die ARGE keinen Einfluss.

Nur ein einziger Vertrag

Auch der Passus, dass bestehende Verträge auf die neue Schnittstelle umgestellt werden sollten, betreffe nur Verträge der KVen, die die Schnittstelle nutzen wollten.

Und hier auch nur einen einzigen Vertrag, der derzeit mit der KV-Telematik-ARGE-Schnittstelle arbeite, wie Hauptmann berichtet. Dieser Vertrag werde aber "sanft" bis zum nächsten Jahr umgestellt. Damit es keine Probleme in den Praxen und bei der Abrechnung gebe.

Lesen Sie dazu auch: Kassentrojaner oder nützliches Tool?

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