Direkt zum Inhaltsbereich

COVID-19 und Digitalisierung

Kontaktnachverfolgung: Corona-Warn-App ahmt Luca-App nach

Erste Länder und Gesundheitsämter setzen zur Kontaktnachverfolgung auf die App Luca. Nach rund neun Monaten will nun auch der Bund seine Corona-Warn-App um die Funktion ergänzen.

Von Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Ähnlich der App „Luca“ soll auch die Corona-Warn-App um eine Funktion zur Kontaktnachverfolgung ergänzt werden.

Ähnlich der App „Luca“ soll auch die Corona-Warn-App um eine Funktion zur Kontaktnachverfolgung ergänzt werden.

© Frank Hoermann / SVEN SIMON / picture alliance

Neu-Isenburg. Die digitale Kontaktnachverfolgung gilt als einer der Schlüssel zur Entlastung der Gesundheitsämter – und zur Lockerung der Corona-Maßnahmen. Nachdem es vor rund zwei Wochen aus dem Bundesgesundheitsministerium noch hieß, man wolle eine bundeseinheitliche Lösung, setzen sich in der Umsetzung nun aber doch wieder föderale Strukturen durch. So hat Mecklenburg-Vorpommern etwa eine Lizenz für die App Luca gekauft. Am Wochenende kam diese beim Drittligaspiel von Hansa Rostock zum Einsatz, bei dem erstmals auch wieder Zuschauer zugelassen waren.

Auch Berlin hat bereits bekannt gegeben, auf Luca setzen zu wollen. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ kommt „Luca“ außerdem bereits in 60 Gesundheitsämtern zum Einsatz. Weitere sollen der Zeitung bestätigt haben, die App bald einsetzen zu wollen.

Irritationen um Datenschutz

Thüringens Landesregierung hingegen hatte eine Entscheidung für eine App zur Kontaktnachverfolgung vergangene Woche vertagt. Dort sorgte am Wochenende die Bewertung des Landesdatenschutzbeauftragten Lutz Hasse für Irritationen bei Ministerpräsident Bodo Ramelow. Hasse habe zunächst keine datenschutzrechtlichen Bedenken zum Einsatz der Luca-App geäußert. In einem an den Gemeinde- und Städtebund Thüringen adressierten Brief habe er dann jedoch darum gebeten, die App noch nicht zu beschaffen. „Es besteht die theoretische Möglichkeit, dass sich anschließend noch Nachbesserungsbedarf ergibt“, hatte Hasse der dpa am Freitag gesagt.

Zuvor hatte Ramelow erklärt, die thüringische Landesregierung sei grundsätzlich offen, auf welchen App-Anbieter sie setzen wolle. „Wenn die Corona-Warn-App die gleiche Funktion einnehmen kann wie die Luca-App, dann ist es auch möglich, mit der Corona-Warn-App das zu machen“, sagte Ramelow.

Update der Corona-Warn-App in Aussicht

Die Corona-Warn-App soll im April nun tatsächlich ein ähnliches Check-In-System bekommen, wie es in der Luca-App genutzt wird. SAP entwickelt die Corona-Warn-App gemeinsam mit der Deutschen Telekom. Derzeit ist es Nutzern nur möglich, ein Kontakttagebuch zu führen, also selbst ihre Kontakte in die App einzutragen. Künftig soll dann über QR-Codes das Einchecken bei Veranstaltungen möglich sein.

Die Corona-Warn-App steht immer wieder in der Kritik, weil sie nicht den Nutzen erfüllt, den die Bundesregierung mit ihr verfolgte. Kritiker unterstellen, die hohen Datenschutzvorkehrungen blockierten einen größeren Nutzen der Corona-Warn-App.

Die Corona-Warn-App wurde seit ihrem Start im Juni 2020 rund 26,2 Millionen Mal heruntergeladen. Rund 60 Prozent aller positiven Corona-Testergebnisse, die über die App hätten geteilt werden können, wurden tatsächlich auch geteilt. Seit dem Launch der Corona-Warn-App wurde diese immer wieder mit neuen Funktionen versehen. Nun also ist nach neun Monaten die Konktaktnachverfolgung geplant. (mit Material von dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Leserumfrage

Umfrage zur E-Patientenakte: Alltag statt Aufbruch

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Abrechnung nur noch über EBM?

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird