Direkt zum Inhaltsbereich

Aufsichtsrat will Vorwürfe prüfen

Kritik von Klinikdirektoren an Unimedizin Mainz sorgt für Wirbel

Veröffentlicht:
Klinikdirektoren der Unimedizin Mainz haben deutliche Kritik an der Arbeit des kaufmännischen Vorstands geübt.

Klinikdirektoren der Unimedizin Mainz haben deutliche Kritik an der Arbeit des kaufmännischen Vorstands geübt.

© Claudia Nass / CHROMORANGE / picture alliance

Mainz. Ein Brandbrief von rund 40 Einrichtungsleitenden der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz hat für Wirbel gesorgt. Nach dpa-Informationen kritisieren Klinikdirektoren in ihrem Schreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden und Gesundheitsstaatssekretär Dr. Denis Alt (SPD) unter anderem eine „rigorose Sparpolitik“ sowie unbesetzte Stellen in der Verwaltung und fordern die Entlassung des kaufmännischen Vorstands. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

„Ich nehme diesen Brief und die darin enthaltenen Punkte sehr ernst“, teilte Alt am Freitag in Mainz mit. Der Aufsichtsrat werde sich mit den Kritikpunkten befassen und bei einigen Punkten kurzfristig nach Lösungen suchen. Ziel sei, „konkrete Probleme abzustellen und ein vertrauensvolles Arbeiten wieder zu ermöglichen“. Er erwarte, dass alle Teilnehmenden sich an diesem Prozess konstruktiv, engagiert und ihrer Position angemessen beteiligten.

Gespräche in verschiedenen Konstellationen geplant

Auch der Vorstand nehme den Brief „sehr ernst“ und befasse sich „gemeinschaftlich mit der darin geäußerten Kritik“, teilte ein Sprecher der Unimedizin mit. Es werde nun zeitnah Gespräche in verschiedenen Konstellationen geben. „Vor allem aber ist es für uns zentral, dass die Universitätsmedizin Mainz für ihre Patientinnen und Patienten uneingeschränkt da ist und ihren Aufgaben in Forschung und Lehre in gewohnt hoher Qualität nachkommen kann.“ Das Defizit der Unimedizin beläuft sich nach letzten Zahlen im Wirtschaftsplan auf rund 40 Millionen Euro.

Der Brandbrief der Klinikdirektoren ist nach Einschätzung des CDU-Landtagsabgeordneten Gerd Schreiner deutlich: „Vertrauen in und Qualität der Uni-Medizin stehen auf dem Spiel“, teilte er mit. Schreiner kritisierte, dass offensichtlich betriebswirtschaftliche Aspekte der medizinischen Versorgung übergeordnet wurden. Er forderte „die unverzügliche Neubesetzung der Stelle des Kaufmännischen Vorstands“. (dpa/lrs)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abrechnung nur noch zu regionalen EBM-Preisen

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

(S)MART-Konzept

Das leisten Fixkombinationen bei Asthma

Lesetipps
 Nebenniereninsuffizienz

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

MRSA-Keime sind am 19.09.2017 im Institut für Hygiene und Gesundheit in Hamburg in einer Petrischale zu sehen. Die weißen Plättchen geben verschiedene Antibiotika ab, von denen einige die Keime im Umkreis absterben lassen.

© Daniel Reinhardt / dpa / picture alliance

Robert Koch-Institut

Antibiotika-Resistenzen: Digitales Tool greift Ärzten unter die Arme

Eine ältere Frau liest einen Beipackzettel

© Ingo Bartussek/stock.adobe.com

Datenbankanalyse

Vorsicht bei der Kombination von Antikonvulsiva mit DOAK