Direkt zum Inhaltsbereich

Corona-Prävention

Laborärzte gegen Neustart von Corona-Bürgertests

Der Bundesverband der Laborärzte lehnt die Wiedereinführung kostenloser Antigenschnelltests ab. Derweil geht die Anzahl positiver SARS-CoV-2-PCR-Tests durch die Decke.

Veröffentlicht:
Seit Mitte Oktober hat es sich mit kostenlosen Schnelltests. Der Laborverband BDL will sie auch nicht zurück haben.

Seit Mitte Oktober hat es sich mit kostenlosen Schnelltests. Der Laborverband BDL will sie auch nicht zurück haben.

© Sven Simon / Frank Hoermann / picture alliance

Berlin. Der Bundesverband der Laborärzte (BDL) lehnt die Pläne der Ampelkoalition, die kostenlosen Bürgertests gegen die Ausbreitung des Coronavirus wieder einzuführen, ab. Gerade in sensiblen Bereichen sei das sensitivere PCR-Verfahren unverzichtbar. „Krankenhäuser oder Alten- und Pflegeheime sollten für Ungeimpfte nur noch nach einem negativen PCR-Test aus dem Facharztlabor zugänglich sein“, so Dr. Andreas Bobrowski.

Der BDL-Vorsitzende verweist auf Rückmeldungen laborfachärztlicher Kollegen bundesweit, dass im vergangenen Winter noch vergleichsweise zuverlässige Schnelltest-Fabrikate bei der mittlerweile dominanten Delta-Variante des Coronavirus eklatante Schwächen aufwiesen. Bobrowski: „Wir regen eine erneute Prüfung der im vergangenen Jahr zugelassenen Schnelltests auf ihre Sensitivität an.“

Außerdem schließen sich die Laborärzte der Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an, Auffrischungsimpfungen gegen SARS-CoV-2 mittels Antikörpertests zu priorisieren. Söder hatte am Montag kostenlose Antikörpertests gefordert, um die Drittimpfung entsprechend dem tatsächlichen medizinischen Bedarf zu steuern.

Besserer Schutz durch Impfpriorisierung

„Auch wenn nach wie vor international anerkannte Grenzwerte für den Immunschutz fehlen, gilt: Mit breit angelegten Antikörpertests und entsprechenden Impfpriorisierungen können wir die übergroße Bevölkerungsmehrheit der Impfwilligen noch besser schützen“, so Bobrowski. Nicht nur aus medizinischen, sondern auch aus ethischen und wirtschaftlichen Erwägungen spreche viel für die im Vergleich zur Impfung kostengünstigeren Antikörpertests.

Unterdessen geht die Anzahl positiver Sars-CoV-2-PCR-Tests weiter steil nach oben: Laut der wöchentlichen Erhebung der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) stieg die Positivrate in der vergangenen Woche (KW 44) von 12,4 auf 16,2 Prozent. Die an der Erhebung beteiligten 179 Labore meldeten 178 .849 positive PCR-Befunde (KW 43: 134 .602), das entspricht einer Steigerung um 33 Prozent. Insgesamt analysierten die Labore rund 1,1 Millionen Proben, rund ein Prozent mehr als in der Vorwoche. (kaha)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Lesetipps