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Krankenhausfinanzierung

Leitende Klinikärzte zeichnen ein düsteres Bild

Ohne eine kräftige Finanzspritze aus Berlin steuerten viele Bettenhäuser geradewegs in die Insolvenz, so der Verband leitender Klinikärzte VLK. Der Arztstellenanbau sei bereits in vollem Gange.

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Düsseldorf. Anlässlich des morgigen bundesweiten „Protesttages“ der Krankenhäuser hat der Verband leitender Krankenhausärztinnen und -ärzte (VLK) am Dienstag eine Mitgliederumfrage zum Stand der Dinge veröffentlicht. Und zeichnet danach ein bedrohliches Bild. Angeschrieben wurden rund 2000 Chef- und Oberärzte, 540 antworteten online. Wie es heißt, äußerten 84 Prozent der Teilnehmer die Befürchtung, ohne eine Kompensation akut steigender Betriebskosten – Inflation, Tariflohnerhöhung – sei die reguläre Patientenversorgung gefährdet. Den „fehlenden Finanzausgleich“ lastet der Berufsverband dem Bundesgesundheitsminister an.

Über die Hälfte der Befragten, heißt es weiter, gaben an, dass das Haus, in dem sie arbeiten, bereits „mit starken Defiziten bis hin zur Insolvenz zu kämpfen hat“. Gleichfalls rund die Hälfte berichtet den Angaben zufolge, dass Arzt-Stellen in ihrem Haus bereits gestrichen wurden oder dass ein Stellenabbau geplant sei. Infolgedessen seien 57 Prozent der Ansicht, „dass die momentane ärztliche Personalsituation in ihrer Abteilung für eine gute Patientenversorgung nicht ausreicht“.

Der Regierung wirft VLK-Präsident Dr. Michael Weber vor, eine „kalte Strukturbereinigung der Kliniklandschaft“ zu provozieren. „Statt wie ständig vorzugeben, die Versorgung und die Qualität in den Krankenhäusern verbessern zu wollen, gefährdet Minister Lauterbach eben diese, indem er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt.“ Schon jetzt, versichert Weber, seien „zahlreiche Betten“ in den bestehenden Kliniken wegen Personalmangels gesperrt. (cw)

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Kommentare
Dr. Andreas Rahn 19.09.202317:42 Uhr

Die Krankenhäuser werden "DUAL" finanziert: die Investitionskosten durch die Bundesländer, die laufenden Kosten durch die Krankenkassen (letztlich durch den Bund verantwortet).
Beide Arme sind chronisch unterfinanziert.
Bund und Länder schieben sich den "schwarzen Peter" hin und her: faktisch wird es auf dem Rücken der im Gesundheitswesen Arbeitenden ausgetragen.
Keiner hat ein Gesamtkonzept, jeder Akteur kämpft für seine Interessen, also läuft es wie es läuft und wohin es geht ist erkennbar: je mehr Einrichtungen schließen, umso mehr Kostenstellen fallen weg.
Schon vor Jahren wurde verkündet: ganz Dänemark hat ja auch weniger Krankenhausbetten als Niedersachsen...

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