Standortanalyse

MLP und SpiFa gründen Joint Venture für Beratung

Mit neuem Research- und Beratungskonzept wollen Finanzdienstleister MLP und Spitzenverband Fachärzte in einem Joint Venture reüssieren. Einer der Geschäftsführer ist Ex-KBV-Chef Dr. Andreas Köhler.

Veröffentlicht:

WIESLOCH/BERLIN. Große Kooperationen in der ambulanten Versorgung, seien es (überörtliche) Berufsausübungsgemeinschaften oder MVZ, bieten den Initiatoren aktuell große Chancen. Sie bringen aber auch – wegen der zwangsläufig benötigten höheren Summen zur Finanzierung – größere Risiken mit sich. Das gilt besonders für die Gründung, aber auch bei einer möglichen Expansion.

Um eine fundierte Analyse und Prognose solcher Projekte zu erreichen, haben das Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) und der Finanzdienstleister MLP das Joint Venture DIFA Research GmbH mit Sitz in Berlin gegründet. Statt bisher überwiegend für die Analyse und Beratung genutzter arztbezogener Kennzahlen, etwa anhand des GKV- und PKV-Umsatzes von Praxen, sollen von DIFA Research pseudonymisierte patientenbezogene Daten, heruntergebrochen bis auf Kreisebene, verwendet werden.

„Das Unternehmen greift dafür auf öffentlich zugängliche Daten, etwa vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung oder vom Statistischen Bundesamt zurück“, so Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbands Fachärzte Deutschland (SpiFa), im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

Diese diagnosebezogenen Daten erlaubten eine standortbezogene Prognose, wie sich die Altersstruktur und die Morbidität entwickeln und wie sich der Bedarf an Ärzten und Angehörigen anderer Berufsgruppen entwickele, so Lindemann weiter. „Gemeinsam wollen wir die freiberufliche ärztliche Tätigkeit stärken und hierfür planerische Grundlagen und Sicherheit hinsichtlich der Finanzierbarkeit innovativer Versorgungsstrukturen schaffen“, so Dr. Andreas Köhler, Geschäftsführer von DIFA Research und Ehrenpräsident des SpiFa.

„Solche Investitionen, die schnell im siebenstelligen Bereich liegen können, mit wenig Eigenkapital zu finanzieren, ist angesichts zunehmender Restriktionen von Basel III für Geldinstitute schwierig“, erläutert Dirk Bohsem, Leiter Marktmanagement bei MLP und ebenfalls Geschäftsführer des Joint Venture. Hier seien Research-Instrumente gefragt, die eine solide Prognose für die Kooperationen stützten. (ger)

Basel III

  • Unter Basel III werden Vorschriften der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich für Banken zusammengefasst.
  • Die Regeln bringen eine Verschärfung bei den Anforderungen für Finanzierungen mit sich, unter anderem hinsichtlich Eigenkapital und Risikodeckung. Das hat auch Konsequenzen für Finanzierungen von Praxen.
Mehr zum Thema

Epidemische Lage von nationaler Tragweite

GBA verlängert Corona-Sonderregeln

Kommentar zu Honorarausfällen

Schutzschirm light bringt KVen in die Bredouille

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Viele Menschen leiden nach einer SARS-CoV-2-Infektion an Fatigue. Eine Impfung scheint sich hier nicht noch zusätzlich negativ auszuwirken.

Corona-Studien-Splitter

Offenbar kein positiver Effekt von ASS bei COVID-19