Approbation

Mecklenburg-Vorpommern lässt Medizinabschlüsse aus Polen zu

Seit 2019 konnten Studierende, die in Polen Medizin studiert hatten, nicht mehr automatisch die Approbation erhalten. Das hat sich jetzt geändert – die erste Urkunde ist überreicht.

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Deutsche, die in Polen ihr Medizinstudium absolvieren, sollen ihre Approbationsurkunde in Mecklenburg-Vorpommern wieder einfacher ausgestellt bekommen.

Deutsche, die in Polen ihr Medizinstudium absolvieren, sollen ihre Approbationsurkunde in Mecklenburg-Vorpommern wieder einfacher ausgestellt bekommen.

© Bernd Wüstneck / dpa-Zentralbi

Karlsburg. Fabienne Wähler ist laut Schweriner Landesgesundheitsministerium die erste deutsche Ärztin, die nach einem Medizinstudium in Polen eine deutsche Approbationsurkunde ausgestellt bekommen hat. Die im Klinikum Karlsburg tätige Ärztin bekam die Urkunde kürzlich von Mecklenburg-Vorpommerns Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) ausgehändigt.

Wähler folgen in nächster Zeit 17 weitere Ärztinnen und Ärzte; sie sind derzeit bei der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern zur Kenntnisprüfung angemeldet. Glawe sieht damit eine Möglichkeit, die ärztliche Versorgung im Nordosten zu verbessern. Bedenken zum Medizinstudium in Polen sind aus seiner Sicht nicht angebracht. „In Polen werden deutsche Studenten qualifiziert ausgebildet“, sagte Glawe.

Anerkennung seit 2019 kaum möglich

Im vergangenen Jahr hatte es eine rechtliche Unsicherheit zur Auslegung einer EU-Richtlinie über die Anerkennung der Berufsqualifikation gegeben. Deshalb konnten seit Änderung der Richtlinie im Jahr 2019 wie berichtet deutsche Absolventen polnischer Medizinstudiengänge nicht mehr automatisch die Approbation erhalten.

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Deutschen Studierenden in Polen war es seit Mitte 2019 kaum möglich, die Dokumente über die ärztliche Abschlussprüfung und die praktische Phase in Polen beizubringen. Das Studium lief in der Regel in englischer Sprache und die Studierenden verfügten meist nicht über ausreichende polnische Sprachkenntnisse, um die Prüfung und den praktischen Einsatz in der Landessprache zu absolvieren.

Das Landesgesundheitsministerium in Schwerin hatte deshalb einen Erlass zur Erteilung von Berufserlaubnissen an Absolventen einer polnischen Arztausbildung herausgegeben. Die Berufserlaubnis berechtigte Absolventen wie Wähler zur Ausübung des ärztlichen Berufs in abhängiger Beschäftigung für zunächst ein Jahr in einer ärztlich geleiteten Einrichtung, also in Arztpraxen, MVZ und Krankenhäusern. Dieses Anerkennungsjahr kann mit einer Kenntnisprüfung abgeschlossen werden - als Voraussetzung für die Approbationserteilung in Mecklenburg-Vorpommern.

Abschlussprüfung auch in anderen Sprachen

Zwischenzeitlich ist es möglich, die ärztliche Abschlussprüfung in Polen auch in anderer Sprache abzulegen und eine Anerkennung der in Deutschland absolvierten praktischen Phase durch die polnischen Behörden zu erwirken. Glawe blickt nach dem behördlichen Hin und Her nach vorn: „Jetzt gilt es, die Ärzte von einem Bleiben in Mecklenburg-Vorpommern zu überzeugen“, so Glawe. (di)

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