Direkt zum Inhaltsbereich

EU-Kommission

MedTech und Pharma bald Kritische Infrastrukturen?

Die EU-Kommission geht zwei digitale Großbaustellen an – die Gestaltung des Gesundheitsdatenraums und die Überarbeitung der Vorschriften zur Sicherheit von Netz- und Informationssystemen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Cyberkriminelle haben es in jüngster Vergangenheit auch immer öfter auf das Gesundheitswesen abgesehen. Die EU will mit einer verschärften Richtlinie für Unternehmen gegensteuern.

Cyberkriminelle haben es in jüngster Vergangenheit auch immer öfter auf das Gesundheitswesen abgesehen. Die EU will mit einer verschärften Richtlinie für Unternehmen gegensteuern.

© ValeryBrozhinsky / Getty Images / iStock

Brüssel. Die EU-Kommission hat am Montag eine breite öffentliche Konsultation dazu gestartet, wie der Zugang zu und der Austausch von Gesundheitsdaten erleichtert werden können.

Ziel des von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forcierten, bis 2025 unter dem Dach der EU-Datenstrategie zu realisierenden Gesundheitsdatenraums (European health Data Space/EHDS) ist es, digitale Gesundheitsdienste umfassend zu nutzen, um eine gute Gesundheitsversorgung zu gewährleisten und Ungleichheiten zu verringern.

Im Mittelpunkt stehen die Rechte jedes Menschen, seine eigenen persönlichen Gesundheitsdaten zu kontrollieren. Beiträge zur Konsultation können laut Kommission bis 26. Juli eingereicht werden. Einzelpersonen, Interessenträger und Organisationen seien eingeladen, sich an dieser Konsultation zu beteiligen.

Mehr Sektoren sollen unter das KRITIS-Dach

Die Kommission hat zudem einen Vorschlag zur Überarbeitung der Vorschriften zur Sicherheit von Netz- und Informationssystemen („NIS 2-Richtlinie“) vorgestellt. Ziel ist es, die digitale Widerstandsfähigkeit kritischer Einrichtungen und Netze zu optimieren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) prognostiziert, dass mit dem Ansinnen für viele Unternehmen neue Auflagen verbunden sein werden.

Der Vorschlag der Kommission für NIS2 „erweitert den Anwendungsbereich der derzeitigen NIS-Richtlinie um neue Sektoren aufgrund ihrer Kritikalität für Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der Auflistung sogenannter wesentlicher und wichtiger Einrichtungen sollen alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden in ausgewählten Sektoren in den Anwendungsbereich einbezogen werden“, so der DIHK.

Wie aus den Unterlagen der EU-Kommission hervorgeht, soll künftig nicht nur der engere Gesundheitsbereich zu den Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) zählen – in Deutschland sind davon rund 90 Kliniken der Maximalversorgung. betroffen –, sondern auch Pharma- und Chemieunternehmen sowie Medizintechnikhersteller, sofern sie „bestimmte kritische Produkte fertigen“.

Einheitliche Sanktionen

Der Vorschlag der Kommission sieht für diese Unternehmen höhere Sicherheitsanforderungen und Meldepflichten vor. Daneben sollen, wie der DIHK betont, Maßnahmen die Sicherheit von Lieferketten und die Beziehungen zwischen Anbietern gewährleisten. Vorgesehen seien zudem strengere Aufsichtsmaßnahmen durch die nationalen Behörden und strengere Durchsetzungsanforderungen sowie einheitlichere Sanktionsvorgaben der Mitgliedstaaten.

„Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit hinsichtlich Cybersicherheit national und EU-weit zu verbessern“, erläutert der DIHK.

Die Richtlinie ist eingebettet in die Ende 2020 von der Kommission und dem Hohen Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik vorgestellten EU-Cybersicherheitsstrategie. Die Strategie soll die Abwehrfähigkeit der EU gegen Cyberbedrohungen stärken und unter anderem dazu beitragen, digitale Infrastrukturen von Unternehmen zu sichern.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neurologin gibt Tipps

So gehen Sie bei Schwindel richtig vor

Heute Preisverleihung

Galenus-von-Pergamon-Preis: Das sind die Kandidaten

Lesetipps
Frau in der Arztpraxis hält sich den Kopf fest

© CineLens / peopleimages.com / Stock.adobe.com

„Rettungskiste“ für die Praxis

Chronische Schmerzen: 5 Tipps fürs Patientengespräch

Porträt von Professor Helmut Schatz

© airborne77 / stock.adobe.com

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?