IAB-Analyse

Mediziner vom Roboter nicht leicht ersetzbar

Welche Berufsbilder haben das größte Substituierbarkeitspotenzial? Dieser Frage ist das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in einer neuen Analyse nachgegangen.

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Kollege Roboter: Der Anteil von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die in einem Beruf mit hoher Substituierbarkeit arbeiten, ist von 15 % im Jahr 2013 auf 25 % im Jahr 2016 gestiegen.

Kollege Roboter: Der Anteil von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die in einem Beruf mit hoher Substituierbarkeit arbeiten, ist von 15 % im Jahr 2013 auf 25 % im Jahr 2016 gestiegen.

© AlienCat / stock.adobe.com

NÜRNBERG. Seit der letzten Studie des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu den Substituierbarkeitspotenzialen aus dem Jahr 2013 sind viele neue Technologien marktreif geworden. Deshalb sei eine Neubeurteilung erforderlich, in welchem Ausmaß Berufe durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt werden könnten, heißt es im IAB-Kurzbericht (4/18).

Verglichen mit der ersten Analyse 2013 ist der Anteil an potenziell von Computern bzw. leistbarer Tätigkeiten vor allem in Helferjobs – definiert durch keine berufliche Ausbildung – hoch (58 %,; 2013: 46%), am wenigsten bei den Expertenberufen (24 %; 2013:19 %) – definiert ein mindestens vierjähriges abgeschlossenes Hochschulstudium.

Auf den verschiedenen beruflichen Teilarbeitsmärkten haben sich die Substituierungspotenziale sehr unterschiedlich entwickelt. Hier fällt generell der Anstieg in den Verkehrs- und Logistikberufen am höchsten aus. Der Anteil der potenziell ersetzbaren Tätigkeiten ist hier von 36 auf 56 % gestiegen. Medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsberufe scheinen hingegen generell eher schwer ersetzbar. Hier sank sogar das Ersetzbarkeitspotenzial (von 22 auf 21 %). Das sei vor allem dadurch zu erklären, dass sich die Berufsbilder so verändert haben, dass sie mit den technologischen Möglichkeiten Schritt halten konnten.

Unter den Technologien, die in den letzten Jahren marktreif geworden sind, hebt das IAB vor allem mobile, kollaborative Roboter hervor. Statt wie ein klassischer Industrieroboter, der an einem Ort feststeht und immer wieder die vorprogrammierten Arbeitsschritte erledigt, könnte er unterschiedliche Tätigkeiten an verschiedenen Orten verrichten und dabei mit Menschen zusammenarbeiten. Dazu seien kollaborierende Roboter mit Sensoren ausgestattet, die Verletzungen des menschlichen Mitarbeiters verhindern.

 Einsetzbar sei er etwa zum Heben und Positionieren schwerer Werkstücke als Transportroboter oder als Serviceroboter, der viele einfache Tätigkeiten übernehmen könne. Aber nicht nur einfache Tätigkeiten können zunehmend besser von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden, so das IAB. Durch das Vergleichen eines unbekannten Falls mit einer großen Anzahl von datenbankgespeicherten Fällen und selbstlernende Systeme könnten zunehmen auch komplexere Aufgaben gelöst werden. (run)

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