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Medizinstudium in Witten/Herdecke gesichert?

Die Private Universität Witten/Herdecke blickt vorerst entspannt in die Zukunft. Die nun beschlossene Reakkreditierung könnte wieder mehr Sponsoren anlocken.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Auch die Studenten tragen zu einer besseren Finanzlage der UW/H bei: Sie stemmen 18 Prozent des Haushalts.

Auch die Studenten tragen zu einer besseren Finanzlage der UW/H bei: Sie stemmen 18 Prozent des Haushalts.

© UW/H

WITTEN. Wenn die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze morgen zu ihrem Antrittsbesuch an die Universität Witten/Herdecke (UW/H) kommt, kann die Uni-Führung sie entspannt willkommen heißen. Das positive Votum des Wissenschaftsrats und die deutlich verbesserte Finanzsituation der Universität erlauben einen gelasseneren Blick in die Zukunft als noch vor wenigen Jahren.

Der Wissenschaftsrat hat die private Hochschule gerade für sieben Jahre reakkreditiert, die Entscheidung allerdings mit fundamentalen Auflagen für die Fakultät für Kulturreflexion/Studium versehen.

"Wir sind sehr erleichtert und froh, dass die Aufbauleistung seit 2005 nicht nur aus unserer Sicht sehr erfolgreich verlaufen ist", sagt der wissenschaftliche Geschäftsführer Professor Martin Butzlaff. 2005 hatte der Wissenschaftsrat die Qualität der Medizinerausbildung in Witten in Frage gestellt.

Die Verdreifachung der Zahl der hauptamtlichen Professoren habe bei der Neuausrichtung der medizinischen Fakultät - die inzwischen in der Fakultät für Gesundheit aufgegangen ist - eine wichtige Rolle gespielt, sagt Butzlaff. Zurzeit hat die UW/H in der Humanmedizin 19,5 Vollzeitprofessorenstellen. In diesem Jahr sollen Lehrstühle für Mikrobiologie, Biochemie und Pharmakologie hinzukommen sowie ein Zentrum für klinische Studien.

Kooperation mit 92 Allgemeinarzt-Praxen

Wie vom Wissenschaftsrat gefordert, hat die UW/H die Zusammenarbeit mit Kliniken, Forschungseinrichtungen und niedergelassenen Ärzten auf eine feste vertragliche Basis gestellt. Die Hochschule kooperiert mit 92 Allgemeinarzt-Praxen. Sie werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen, betont Butzlaff.

"Es ist und bleibt unser Anspruch, dort auszubilden, wo die Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft des Gesundheitswesens liegen." Die ambulante Versorgung werde weiter an Bedeutung gewinnen. Darauf nehme die UW/H mit ihrem praxisnahen Medizinstudium Rücksicht. "Praxisnähe kennzeichnet sich nicht nur durch die Arbeit am Patienten aus, sondern durch die Arbeit dort, wo die Patienten die meiste Zeit sind."

Immer mehr Fragestellungen im Gesundheitswesen müssten interdisziplinär bearbeitet werden. Dem trage die Zusammenführung von Humanmedizin, Zahnmedizin und Pflegewissenschaften zur Fakultät für Gesundheit Rechnung. "Wir glauben, dass es sehr hilfreich ist, wenn die Studierenden eine gemeinsame Sprache sprechen."

Nordrhein-Westfalen fördert die Hochschule bis 2013

Das Studium der Humanmedizin kostet die Studierenden an der UW/H 41.000 Euro. Durch die Erhöhung der Studiengebühren und die Verdoppelung der Zahl der Studienplätze tragen die Studierenden zurzeit 18 Prozent zum Haushalt bei. 2007 und 2008, als die Hochschule gravierende Finanzprobleme hatte, waren es weniger als zehn Prozent.

"Wir rechnen damit, dass es bis 2015 knapp 30 Prozent des Haushalts sein werden." Nordrhein-Westfalen fördert die Hochschule bis 2013 mit 4,5 Millionen Euro im Jahr, das ist ein Anteil von 14 Prozent.

"Jetzt geht es um die Frage, in welcher Form das Land darüber hinaus fördern wird", kündigt Butzlaff an. Weitere Einnahmen sind die Zahnklinik und Mittel aus der Forschungsförderung. Sponsoren kamen im Jahr 2008 noch für mehr als 20 Prozent der Einnahmen auf.

Dieser Anteil soll auf gut zehn Prozent sinken. "Ohne Spender und Förderer werden und wollen wir nicht auskommen."

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