Bilanz

Medizintechnikbranche verzeichet Plus im ersten Corona-Jahr

Mehr als 34 Milliarden Euro setzten deutsche Medizintechnikunternehmen 2020 weltweit um. Corona unterstützte und belastete die Branche zugleich.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Beatmungsgeräte waren ein Umsatztreiber für die MedTech-Branche im vergangenen Jahr.

Beatmungsgeräte waren ein Umsatztreiber für die MedTech-Branche im vergangenen Jahr.

© Taechit / stock.adobe.com

Berlin. Die deutsche Medizintechnikbranche hat Grund zum Feiern: Statt der noch im Vorfeld der virtuellen weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf vergangenen November prognostizierten Delle von vier Prozent Umsatzrückgang gegenüber 2019, verzeichnen die Unternehmen nun für das Pandemie-Jahr 2020 ein Plus um 2,9 Prozent auf 34,25 Milliarden Euro, wie der Industrieverband Spectaris am Dienstag mitteilte.

„Trotz Corona-Pandemie erweist sich die Medizintechnikindustrie einmal mehr als krisenresistenter als viele andere Industriebranchen und bleibt auf ihrem seit Jahren anhaltenden Wachstumspfad“, heißt es nun in einer Spectaris-Meldung. 2020 seien die Branchenerwartungen für die durch die Pandemiebewältigung stark geforderte Medizintechnik noch von Besorgnis um Umsatzeinbrüche geprägt gewesen. Auch weil etliche operative Eingriffe verschoben werden mussten und wichtige Absatzmärkte verschlossen geblieben seien.

„Es ist der großen wirtschaftlichen Kraftanstrengung der Medizintechnikbranche zu verdanken, die am Ende wider Erwarten zu einem Umsatzplus geführt hat,“ betont Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechikbei Spectaris.

Exportquote gehalten

Mit 11,72 Milliarden Euro konnte der Inlandsumsatz im Vergleich zu 2019 um 2,8 Prozent gesteigert werden. Das Auslandsgeschäft stellt sich mit 22,53 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 2,9 Prozent ebenfalls positiv dar. Die für die Branche charakteristische und wichtige Exportquote lag unverändert bei 66 Prozent. Erfreulicherweise sei auch die Beschäftigtenzahl der 1450 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten um 1,5 Prozent auf mehr als 152.000 Mitarbeiter gestiegen.

Bemühte man sich im November noch, auf keinen Fall als Krisenprofiteur dazustehen, so gibt es nun klare Angaben, woher sich das Rekordergebnis in Teilen speist. „Das insgesamt positive Umsatzergebnis resultiert nicht zuletzt aus einem sehr starken Wachstum einiger besonders Corona-relevanter Produktgruppen wie Beatmungsgeräte, Herz-Lungen-Maschinen (ECMO), Masken, Spritzen und andere Verbrauchsgüter“, so Leonhard.

Und kommt auch gleich zum Wermutstropfen für die Branche: „Es darf aber gleichzeitig nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele gerade kleinere Hersteller von der Krise hart getroffen wurden und der Umsatzzuwachs zudem zahlreiche vorgezogene Investitionen beinhaltet.“

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