Direkt zum Inhaltsbereich

Steuer auf Zubereitungen

Ministerium sagt, wo es lang geht

Für Kliniken wichtig: Das Finanzministerium hat die Steuerbefreiung für individuelle Arznei-Zubereitungen konkretisiert.

Veröffentlicht:

BERLIN. Vor zwei Jahren entschied der Bundesfinanzhof, dass patientenindividuell von Klinikapotheken für ambulante Behandlungen hergestellte Zubereitungen – etwa Infusionen mit Zytostatika oder therapeutischen Antikörpern – einen "mit der ärztlichen Heilbehandlung eng verbundener Umsatz" darstellen, der deshalb von der Umsatzsteuer befreit ist (Az.: V R 19/11).

Jetzt hat das Bundesfinanzministerium den Umsatzsteueranwendungserlass (UStAE) entsprechend geändert und in einem Schreiben an die obersten Finanzbehörden der Länder die Grenzen dieser Steuerbefreiung abgesteckt.

Danach spielt es für die Steuerbefreiung keine Rolle, aufgrund welcher Ermächtigungsform die ambulante Behandlung im Krankenhaus erfolgt.

Auch eine Behandlung ausschließlich in demjenigen Klinikgebäude, in dem die Klinikapotheke ihren Sitz hat, ist nicht erforderlich. Für die Steuerbefreiung reicht es, dass die Abgabe von patientenindividuell hergestellten Arzneimitteln durch die Apotheke der Klinik erfolgt, in der der Patient behandelt wird. Das kann aber an jedem Standort dieses Klinikunternehmens erfolgen.

Für andere Medikamentenlieferungen eines Krankenhauses, etwa an Ärzte oder andere Kliniken sei allerdings weiterhin Umsatzsteuer abzuführen, stellt das Bundesfinanzministerium klar.

Und das gelte auch für die Abgabe nicht patientenindividuell hergestellter Zubereitungen sowie für Fertigarzneimittel, "auch wenn diese als Begleitmedikamente verabreicht werden", wie es in dem Schreiben heißt.

Schließlich betont das Ministerium, dass die Steuerfreiheit auch nicht für patientenindividuelle Zubereitungen gilt, die zwar in der Klinik verwendet, werden, nicht aber von der hauseigenen Apotheke selbst hergestellt wurden – wie es beispielsweise dann der Fall ist, wenn eine Klinik einen Liefervertrag mit einem ortsansässigen Offizinbetreiber geschlossen hat. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Geldtipp-Podcast Pferdchen trifft Fuchs

Welche Chancen und Risiken Privatkredite bieten

Vermögensanlage in geopolitisch herausfordernden Zeiten

Investmentstratege: Geldanleger mit starken Nerven können in der Krise Chancen nutzen

Kooperation | In Kooperation mit: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)

Geldtipp-Podcast Pferdchen trifft Fuchs

Warum eine Steuer auf fiktive Kursgewinne kontraproduktiv wäre

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Apps auf Rezept im Visier

Schutz vor Regress bei der DiGA-Verordnung

Lesetipps
Nahaufnahme eines Patient, der den Gesundheitsbereich der ChatGPT-App verwendet.

© Azulblue / stock.adobe.com

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Ein Arzt arbeitet mit einer KI-Anwendung.

© Deemerwha studio / stock.adobe.com

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern