Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Mitdenken an der Belastungsgrenze

Die Idee, niedergelassene Ärzte besser zu befähigen, COVID-19-Patienten ambulant zu betreuen, um Kliniken zu entlasten ist gut. Doch auch die Praxen können nicht immer noch mehr schultern.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Die Pflegeheime fühlen sich mit steigenden COVID-19-Fallzahlen immer wieder alleingelassen. Die Folge kann sein, dass Heimbewohner, die sich mit SARS-CoV-2 infizieren, in die Klinik eingewiesen werden, auch wenn eine solche Einweisung vom Patienten weder gewünscht noch medizinisch wirklich angezeigt ist. Gerade in Regionen, in denen die Inzidenz in Richtung 300 und noch weit darüber geht, trägt dies zu einer Überlastungssituation in den Kliniken bei.

Die Handreichung der Kassenärztlichen Vereinigungen Thüringen und Sachsen für niedergelassene Ärzte geht insofern in die richtige Richtung. Bei COVID-19-Ausbruch im Heim den Kontakt zu Angehörigen nicht abreißen lassen, die Patientenverfügung überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren, die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten aktivieren und das Klinikum vor Ort über die Situation auf dem Laufenden halten: Das sind im Fall der Fälle wichtige Schritte für Pflegeheime.

Bevorzugt sind in dieser Situation natürlich die Heime, die bereits Kooperationsverträge mit niedergelassenen Ärzten abgeschlossen haben, die diesen Vertrag auch aktiv (mit-)gestalten. Denn Ärzte können durchaus bei der ambulanten medizinischen Betreuung Verantwortung übernehmen. Allerdings ist die Gefahr nicht zu unterschätzen, dass es bei einem größeren Ausbruch nicht nur zu einer Überforderung des Pflegepersonals kommt, sondern auch der betreuenden Ärzte, die ja neben den Heimpatienten auch noch den normalen Praxisbetrieb aufrechterhalten müssen.

Am Ende bleibt es dabei: Die Fallzahlen müssen runter, sonst kommt das Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze – in der Pflege, ambulant und stationär.

Schreiben Sie dem Autor: hauke.gerlof@springer.com

Lesen Sie dazu auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Lesetipps
Patient vor der CT-Untersuchung der Lunge.

© jovannig / stock.adobe.com

Telemedizin für Prävention

Lungenkrebs-Screening: Das Münsterland zeigt, wie es funktionieren kann

Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren