Quereinstieg

NRW will großzügig zahlen

Oberarztgehalt während der Weiterbildung? In NRW soll dies möglich werden — für Quereinsteiger aus anderen Fachrichtungen.

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DÜSSELDORF. In Nordrhein-Westfalen ziehen das Gesundheitsministerium, die KVen, die Ärztekammern und die Krankenkassen an einem Strang, um die hausärztliche Versorgung im Land auf breitere Füße zu stellen. Sie haben zur Verbesserung der Situation ein gemeinsames Konzept erarbeitet.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Quereinstieg in die Allgemeinmedizin: Ärzte aus anderen Fachrichtungen sollen über eine verkürzte Weiterbildungszeit und eine Förderung dazu motiviert werden, zusätzlich einen Facharzttitel in der Allgemeinmedizin zu erwerben.

Das Angebot richtet sich vor allem an Internisten ohne Schwerpunkt und an Fachärzte aus Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung, insbesondere Anästhesisten, Chirurgen und Internisten mit Schwerpunktbezeichnung.

Während der ambulanten Weiterbildungszeit sollen die Ärzte für ein Jahr in Höhe eines Oberarztgehalts oder mit bis zu 9000 Euro pro Monat gefördert werden, berichtete Dr. Carsten König, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo), auf der KVNo-Vertreterversammlung. Das ist deutlich mehr als die 4800 Euro, mit denen die Weiterbildung Allgemeinmedizin sonst von der KV und den Krankenkassen gefördert wird. Es gebe allerdings noch keine Einigung darüber, wie die Differenz finanziert werden soll. "Wir erwarten hier ein Engagement der anderen Partner, also der Krankenkassen und der Landespolitik."

Geplant ist zudem die gezielte Begleitung und Förderung von Allgemeininternisten, die ihre Weiterbildung abgeschlossen haben und weiterhin im Krankenhaus tätig sind. Sie sollen bis zu einem Jahr in der Praxis eines Allgemeinmediziners arbeiten und erhalten dieselbe Förderung wie die bereits niedergelassenen Quereinsteiger.

Die gesetzlichen Krankenkassen hätten sich intensiv in den Diskussionsprozess um eine Förderung des Quereinstiegs in die hausärztliche Versorgung eingebracht, sagte Dirk Ruiss, Leiter des Ersatzkassenverbands vdek in NRW, der "Ärzte Zeitung" auf Anfrage. "Die gemeinsame Erarbeitung des Konzepts war sachorientiert und konstruktiv." Auch bei den benötigten Finanzmitteln sei es zu "verantwortungsvollen Lösungen" gekommen, berichtet Ruiss.Wann das zwischen den Beteiligten ausgehandelte Konsenspapier unterschrieben wird, steht nach Auskunft des Gesundheitsministeriums noch nicht fest. (iss)

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