Anklage erhoben

Narkosearzt soll Patienten mit Hepatitis C angesteckt haben

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Anklage gegen einen mit Hepatitis C infizierten Mediziner erhoben. Er soll das Virus bei Operationen übertragen haben.

Veröffentlicht:
Spritze und Hepatitis-C-Information.

© tashatuvango / stock.adobe.com

Donauwörth/Augsburg. Nach mehr als zweijährigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft wegen des Hepatitisskandals am Krankenhaus im schwäbischen Donauwörth in Bayern Anklage gegen einen Narkosearzt erhoben. Der Mediziner soll 51 Patienten aufgrund mangelnder Hygiene mit Hepatitis C infiziert haben.

Die Ermittler werfen dem Mann gefährliche Körperverletzung, Unterschlagung von Arzneimitteln und Verstöße gegen das Medizinproduktegesetz vor. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, müsse das Landgericht Augsburg nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Der Skandal war im Herbst 2018 bekannt geworden. Der Anästhesist soll selbst medikamentenabhängig gewesen sein und sich in der Klinik Narkosemittel abgezweigt haben. Dabei soll der an Hepatitis C erkrankte Mann dann Patienten angesteckt haben, die für Operationen in dem Krankenhaus waren. Die Verteidiger des Arztes hatten während der Ermittlungen erklärt, dass sie sich zunächst zu den Vorwürfen nicht äußern wollen.

1700 Patienten ließen sich testen

Das Gesundheitsamt hatte mehr als 1700 Patienten des beschuldigten Mediziners aufgefordert, sich auf Hepatitis C testen zu lassen. Letztlich wurden etwa 60 Betroffene gefunden. In den meisten Fällen wurden diese Infektionen nun auch Gegenstand der Anklage.

Der beschuldigte Arzt soll rund zehn Jahre lang in Donauwörth an der Klinik gearbeitet haben. In der Anklage geht es um Fälle vom Februar 2017 bis April 2018. Damals soll eine OP-Schwester nach Angaben der Staatsanwaltschaft beobachtet haben, wie der Arzt sich selbst Narkosemittel intravenös injizierte.

Anschließend war der Mediziner im Oktober 2018 etwa zwei Wochen lang in Baden-Württemberg im Ostalb-Klinikum beschäftigt. Nach früheren Angaben des Landratsamtes in Aalen hatte sich das Krankenhaus noch in der Probezeit wegen des nicht mehr vorhandenen Vertrauensverhältnisses von dem Narkosearzt getrennt. (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Atemwegserreger

RSV-Welle hat begonnen

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten