SARS-CoV-2

Neue Version der Corona-Warn-App behebt Probleme

16 Millionen Nutzer haben die Corona-Warn-App heruntergeladen. Nach Problemen mit der Technik gibt es nun ein Update. Die Opposition will dennoch Auskunft von Gesundheitsminister Spahn.

Von Ulrich Steinkohl und Christoph Dernbach Veröffentlicht:
Hintergrundaktualisierung fehlgeschlagen? Die Entwickler der Corona-Warn-App haben Probleme mit dem Apple-Betriebssystem iOS eingeräumt, die nun aber mit einem Update behoben wurden.

Hintergrundaktualisierung fehlgeschlagen? Die Entwickler der Corona-Warn-App haben Probleme mit dem Apple-Betriebssystem iOS eingeräumt, die nun aber mit einem Update behoben wurden.

© Hauke-Christian Dittrich / dpa

Berlin. Nach technischen Problemen auf verschiedenen Smartphones hat die deutsche Corona-Warn-App ein Update bekommen. Mit der neuesten Version sollen technische Schwierigkeiten auf dem iPhone von Apple beseitigt werden, wie der Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom mitteilten. Die Opposition forderte von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Aufklärung. Die App soll helfen, die weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden. Seit dem Start Mitte Juni wurde sie von mehr als 16 Millionen Nutzern heruntergeladen.

Auf dem Apple-Betriebssystem iOS hatte die Warn-App zwar wie versprochen ständig anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht, die Warnung vor gefährlichen Begegnungen erfolgte allerdings nicht im Hintergrund, sondern nur wenn die App aktiv geöffnet war.

Ähnliche Probleme tauchten bei bestimmten Android-Smartphones auf. Ursache war ein vom Android-Standard abweichender Energiesparmodus, der bei einigen Geräten die Hintergrundaktualisierung stark eingeschränkt oder sogar deaktiviert haben könnte.

Anwender müssen Update laden

Das Apple-Betriebssystem iOS auf dem iPhone führte nach Darstellung der beiden Unternehmen die Hintergrundaktualisierung nicht immer regelmäßig durch. Das Entwicklerteam habe am Samstag einen Weg gefunden, die betriebssystembedingten Einschränkungen zu umgehen, bis Apple das Systemproblem selbst gelöst habe, heißt es in der Mitteilung. Dazu müssen die Anwender ein Update auf die Version 1.1.2. vornehmen. Für die vollständige Aktivierung des Updates müssten die Anwender dann die App einmal aufrufen. „Dies gilt auch dann, wenn ein Smartphone über längere Zeit ausgeschaltet war.“ Für Android-Anwender steht schon seit einigen Tagen ein Update der Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts bereit.

Patientenschützer und Opposition fordern Transparenz

Nach den technischen Problemen bei der Corona-Warn-App war die Kritik an der Bundesregierung lauter geworden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte am Samstag Aufklärung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die App sei ein wichtiger Baustein, um das Coronavirus in Schach zu halten, sagte Vorstand Eugen Brysch. „Jetzt soll auf immer mehr Smartphones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft funktionieren.“ Das beunruhige die Nutzer.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, befürchtet, dass das nötige Vertrauen in die App Schaden nehmen könnte. Er forderte: „Die Bundesregierung muss nach dieser Pannenserie für Transparenz sorgen und gezielt App-Nutzer, Öffentlichkeit und das Parlament umgehend und umfassend informieren.“

Vernetzung mit anderen EU-Apps wünschenswert

Die Corona-Warn-App soll auch dann im Hintergrund weiterlaufen und Daten aktualisieren, wenn sie nicht geöffnet ist. Wenn es eine Begegnung mit einem Menschen gab, der später positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll das Handy den Besitzer eigentlich aktiv mit einer Benachrichtigung auf das erhöhte Risiko hinweisen.

Der FDP-Politiker Theurer plädierte für eine Kommunikationskampagne, um Vertrauen zurückzugewinnen und die Menschen vom Nutzen der App zur Bekämpfung des Virus neu zu überzeugen. Zudem müsse die Regierung dafür sorgen, dass die technischen Probleme schnellstens bei allen Geräten und Betriebssystemen behoben werden. „Schließlich fordere ich die Bundesregierung auf, Lösungen für ältere Smartphones und zur vernetzten Anwendung der App in ganz Europa zu entwickeln“, sagte Theurer. (dpa)

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