Physician Assistant

Neues Studienfach in Schleswig-Holstein

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzen die Westküstenkliniken auf ein neues Berufsbild.

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HEIDE. In Schleswig-Holstein wird die Ausbildung zum Physician Assistant (PA) möglich. Die Westküstenkliniken (WKK) in Heide starten gemeinsam mit der SRH Hochschule einen Bachelor-Studiengang. Ab Wintersemester 2020 sollen jährlich 20 angehende Physician Assistants ihr Studium in Dithmarschen absolvieren können.

Das WKK begründet die Einrichtung des neuen, sechssemestrigen Studiengangs mit der Absicht, Mitarbeitern neue Karrierewege bieten zu wollen. Außerdem wolle man als Reaktion auf den Fachkräftemangel auf neue Berufsbilder setzen. In Schleswig-Holstein gibt es zwar an einzelnen Kliniken bereits Physician Assistants, die aber ohne Ausnahme in anderen Bundesländern ausgebildet wurden.

Mit-Initiator des neuen Studienganges ist der Leiter des WKK-Bildungszentrums, Dr. Henrik Herrmann. Er hatte sich auch als Ärztekammerpräsident in den vergangenen Jahren mehrfach für eine stärkere Rolle von Physician Assistants in den Kliniken ausgesprochen, damit Ärzte gezielter entsprechend ihren Kernkompetenzen eingesetzt werden können. Ärzte können Aufgaben wie etwa die Patientenaufklärung oder die Erhebung der Krankengeschichte an die Assistenten delegieren. Insbesondere in den USA, aber auch in anderen Ländern hat sich der medizinische Assistenzberuf als Bindeglied zwischen Ärzten, Pflegekräften und Patienten inzwischen etabliert.

Kassenärztliche Bundesvereinigung und Bundesärztekammer hatten sich vor Jahren schon in einem Konsenspapier darauf verständigt, dass eine abgeschlossene, dreijährige Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf Zugangsvoraussetzung zum PA-Studium ist.

Die SRH Hochschule für Gesundheit ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule, die in 17 Bachelor- und Masterstudiengängen Nachwuchs für den Gesundheitsbereich ausbildet. Heide wurde als Standort ausgewählt, weil das breite Leistungsspektrum an den Westküstenkliniken praxisnahe Einblicke in verschiedene Fachgebiete ermöglicht. Die Studiengebühr wird voraussichtlich 550 Euro monatlich betragen. Die Kooperationspartner können sich vorstellen, dass die Interessenten Vereinbarungen mit den jeweiligen Arbeitgebern treffen. (di)

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